Kongolesisch-Arabischer Krieg

Kongolesisch-Arabischer Krieg
Teil von: Kolonialkriege
(Wettlauf um Afrika)

Ausstellung von Artefakten aus dem Kongolesisch-Arabischen Krieg
Datum 1892, manchmal auch mit 1890 angegeben bis Januar 1894
Ort östliches Kongobecken
Casus Belli Streit um Rohstoffvorkommen und Unterbindung des Sklavenhandels
Ausgang Sieg für den Freistaat Kongo
Konfliktparteien

Kongo-Freistaat

Sultanat von Utetera
Arabisch-Swahili-Sultanate im Ostkongo

Befehlshaber

Francis Dhanis
Louis Napoléon Chaltin
Ngongo Lutete Mitte 1892 bis Sept. 1893

Sefu bin Hamid
Rumaliza
Ngongo Lutete bis Mitte 1892

Truppenstärke

3500 Mann reguläre Truppen (Force Publique)
Um 10000 insgesamt.

ca. 10000 Rugaruga

Verluste

mehrere 10000 Soldaten und Zivilbevölkerung

Der Kongolesisch-Arabische Krieg, auch Belgisch-Arabischer Krieg, im französischen Sprachraum Campagnes de l’État indépendant du Congo contre les Arabo-Swahili, niederländisch: Veldtochten van de Onafhankelijke Congostaat tegen de Arabo-Swahili, englisch: Congo-Arab War genannt, war ein zwischen 1892 (nach anderen Quellen ab 1890) und 1894 ausgetragener Kolonialkrieg zwischen dem Kongo-Freistaat und arabischen und Swahili-Kriegsherren, die in den Sklavenhandel in den östlichen Regionen des Kongobeckens verstrickt waren.

Auslöser des Kriegs war der Konflikt des Freistaats und der Araber um die Kontrolle regionaler Ressourcen. Er endete im Januar 1894 mit einem Sieg der Force Publique, der regulären Schutzmacht des vom belgischen König Leopold II. regierten Staates und ihrer Verbündeten. Anfangs hatte der Freistaat mit den Arabern bei der Nutzung der Rohstoffe und der Kontrolle der Bevölkerung zusammengearbeitet, in der Folge kam es jedoch zum Konkurrenzkampf, etwa beim wertvollen Rohstoff Elfenbein. Weiterhin spielten humanitäre Zusagen Leopolds II. auf der Berliner Kongokonferenz von 1885 zur Abschaffung und Bekämpfung der Sklaverei in seinem Herrschaftsgebiet eine Rolle. Leopold II. nahm dazu eine zunehmend konfrontative Haltung gegenüber seinen einstigen Verbündeten ein. Der Krieg gegen die suaheli-arabische Wirtschafts- und Politikmacht wurde somit auch als christlicher Kreuzzug gegen die Sklaverei dargestellt.

  1. 1 2 3 Bernhard Chiari & Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Demokratische Republik Kongo. Ausgabe aus der Reihe Wegweiser zur Geschichte im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA). Ferdinand Schöningh Verlag. Potsdam. 2008. S. 190. PDF. Abgerufen am 7. Mai 2025.
  2. Jürgen Osterhammel: The Transformation of the World: A Global History of the Nineteenth Century. Übersetzt von Patrick Camiller. Princeton University Press. Princeton, New Jersey; Oxford. 2015. ISBN 978-0691169804. S. 441.
  3. Robert B. Edgerton: The Troubled Heart of Africa: A History of the Congo. New York: St. Martin’s Press. 2002. ISBN 0-312-30486-2. S. 85.
  4. 1 2 Georges Nzongola-Ntalaja: The Congo: From Leopold to Kabila: A People’s History. 2002. ISBN 1-84277-053-5. S. 21.