Konzentration (Psychologie)
Konzentration ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe. Die Konzentration gilt als Maß für die Intensität und Dauer der Aufmerksamkeit.
In der Alltagssprache wird „Konzentration“ in der Regel als die Fähigkeit verstanden, die eigene Konzentration über einen bestimmten Zeitraum hinweg gezielt auf einen Gegenstand, eine Tätigkeit oder eine Aufgabe zu richten und konkurrierende Reize möglichst auszublenden. Formulierungen wie „Konzentrier dich!“ oder „Ich kann mich heute nicht konzentrieren“ verweisen entsprechend auf die Fähigkeit zur willentlichen Fokussierung der Aufmerksamkeit, also darauf, Störreize zu unterdrücken und die geistigen Ressourcen auf ein begrenztes Aufmerksamkeitsfeld zu bündeln.
In der Psychologie wird Konzentration als eine der zentralen kognitiven Basisfunktionen betrachtet. Im Rahmen der klinischen Diagnostik, der Neuropsychologie, der Pädagogik sowie der Eignungsdiagnostik findet eine systematische Erfassung statt. Der Terminus Konzentrationsstörung ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Störungen, die die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Störende Nebengedanken können dabei nicht ausgeblendet werden.vorkommen.
In der Neurologie bezeichnet Konzentration die fokussierte Aufmerksamkeit auf eine spezifische Aufgabe. Dieser Vorgang ist komplex und das Resultat eines Zusammenspiels unterschiedlicher Gehirnregionen. Der präfrontale Cortex nimmt dabei eine besondere Funktion als sogenannte Steuerungszentrale ein. Der präfrontale Cortex erüllt die Funktion, der Selbstkontrolle, bei Entscheidungen zu helfen, Verhalten zu planen und Ablenkungen zu unterdrücken. Zudem sind andere Areale involviert, etwa der Parietallappen, der sensorische Reize im Raum filtert, oder das limbische System, in dem Motivation und Emotionen verarbeitet werden.
Fokussierung bedeutet, dass für eine gewisse Zeit auf das momentan Ausgeübte oder Empfundene geachtet wird, je nach Aufgabe auch auf Kommendes. Beim Zeichnen einer Linie, die einen Punkt berühren soll, schauen die Augen bereits auf den Punkt, während die Linie gezogen wird.
Konzentration erfordert geistige Anstrengung und lässt mit der Zeit nach. Daher versteht man unter Konzentration das relativ lange andauernde Aufrechterhalten eines Aufmerksamkeitsniveaus.
Der Begriff Konzentrationsstörung, auch Konzentrationsschwäche, bezeichnet eine Schwäche oder Beeinträchtigung der Fähigkeit, seine Konzentration (Gedanken) z. B. auf eine Tätigkeit gerichtet zu halten. Störende Nebengedanken können nicht ausgeblendet werden. Konzentrationsstörungen können bei Überforderung, Ermüdung, exzessivem Kaffeegenuss, aufwühlenden Erlebnissen, Schizophrenien, Manie, Hirnkrankheiten, Intoxikationen vorkommen.
- ↑ I.D.L | Die Definition von Konzentration - Und wie steigert man sie? 29. August 2017, abgerufen am 21. August 2024.
- ↑ Konzentration ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden. In: Duden.de. Abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Definition „Konzentration“ - Bedeutung, Synonyme, Übersetzung, Grammatik. In: Verben.de. Abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Wolfgang Frank: Psychiatrie. 15. Auflage. Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2012, ISBN 978-3-437-59602-5, S. 25.
- ↑ Frontalhirn ermöglicht Belohnungsaufschub - Präfrontaler Cortex für Selbstkontrolle verantwortlich. Scinexx Das Wissensmagazin, abgerufen am 30. Juli 2023.
- ↑ Claudia: Konzentration im Alltag: Warum es so schwer ist, bei der Sache zu bleiben. In: Neuropsychologie Armgardt. 13. Oktober 2025, abgerufen am 27. Februar 2026.
- ↑ Hans W. Hunziker: Visuelle Informationsaufnahme und Intelligenz: Eine Untersuchung über die Augenfixationen beim Problemlösen. In: Schweizerische Zeitschrift für Psychologie und ihre Anwendungen. 29, Nr. 1/2, 1970.
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