Wille

Der Begriff Wille (Altsächsisch/Althochdeutsch willio = ‚Wille‘; vgl. lateinisch velle, ‚wollen‘, lateinisch voluntas, ‚Wille‘, lateinisch volitio, ‚Willensakt‘) ist ein in vielen Fachgebieten unterschiedlich interpretierter Begriff, der allgemein das Umsetzen von Vorstellungen oder Zielen in die Realität durch Handlungen bedeutet. Der Wille wird daher auch als Umsetzungskompetenz bezeichnet. Der Begriff Willenskraft (englisch willpower) wird sowohl in der Umgangs- als auch in der Fachsprache verwendet. Wille wird manchmal synonym mit dem Begriff der Volition gebraucht, vor allem in der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaft.

Das Wort „Wille“ ist in der Sprachwissenschaft ein Abstraktum, weil es etwas Nichtgegenständliches bezeichnet, was seine lexikalische Verarbeitung erschwert. Bereits die Bibel (Tanach) erwähnt das Wort sehr häufig, stets im Zusammenhang mit dem Willen Gottes wie beim Propheten Samuel: „Der Wille des Herrn geschehe“ (2 Sam 10,12 ), hebräisch רָצוֹן ratzon, deutsch Wille‘ ‚Gefallen‘ oder ‚Wunsch.

Der Islam verwendete später das ähnliche In schā' Allāh (deutsch so Gott will).

Der Wille ist zu unterscheiden vom Wollen, dem meist triebgesteuerten Verlangen nach etwas (siehe auch Bedürfnis, Wünschen, Begehren, Sehnen oder Tanha). Dieser Artikel befasst sich nur mit dem obigen Begriffsverständnis des Willens.

  1. F A Brockhaus Verlag (Hrsg.), Brockhaus Psychologie, Mannheim, 2009
  2. Roy F. Baumeister/John Tierny, Willpower: Rediscovering the Greatest Human Strength, The Penguin Press/New York, 2011
  3. Waldemar Pelz, Umsetzungskompetenz als Schlüsselkompetenz für Führungspersönlichkeiten, in: Corinna von Au (Hrsg.), Leadership und angewandte Psychologie, Berlin/Springer Verlag, 2017, S. 104 f. Online verfügbar
  4. Ludwig Traeger, Wille, Determinismus, Strafe: eine rechtsphilosophische Untersuchung, 1895, S. 164