Koreakrieg

Koreakrieg 1950–1953

Im Uhrzeigersinn von oben: US-Marines auf dem Rückzug während der Schlacht um den Changjin-Stausee, UN-Landung in Incheon (Operation Chromite), koreanische Flüchtlinge vor einem amerikanischen M46-Patton-Panzer, US-Marines unter Führung von Oberleutnant Baldomero López bei der Landung in Incheon und ein North American F-86-Kampfjet.
Datum 25. Juni 1950 bis 27. Juli 1953 (Waffenstillstand)
Ort Korea
Ausgang Aufbau einer demilitarisierten Zone, kleine Gebietsänderungen (uti possidetis).
Territoriale Änderungen Südkorea gewann 3.900 km² nördlich des 38. Breitengrades, Nordkorea jedoch die Stadt Kaesong.
Konfliktparteien

Korea Sud Südkorea
Unterstützt durch:
Vereinte Nationen UNO


Medizinisches Personal:
Danemark Dänemark
Indien Indien
Italien Italien
Norwegen Norwegen
Schweden Schweden
Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland (erst nach dem Waffenstillstand)

Korea Nord Nordkorea
Unterstützt durch:
China Volksrepublik Volksrepublik China
Sowjetunion 1923 Sowjetunion

Befehlshaber

Korea Sud Rhee Syng-man
Korea Sud Chung Il-kwon
Vereinigte Staaten 48 Harry S. Truman
Vereinigte Staaten 48 Douglas MacArthur
Vereinigte Staaten 48 Mark W. Clark
Vereinigte Staaten 48 Matthew Ridgway

Korea Nord Kim Il-sung
Korea Nord Pak Hon-yong
Korea Nord Choi Yong-kun
Korea Nord Kim Chaek
China Volksrepublik Peng Dehuai

Verluste
3,5 – 4,5 Millionen Menschen

Der Koreakrieg (koreanisch 6.25 전쟁, Yukio Jeonjaeng, wörtlich Sechs-Zwei-Fünf-Krieg) war eine über dreijährige militärische Auseinandersetzung zwischen der Republik Korea (Südkorea) und der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) zwischen dem 25. Juni 1950 und dem 27. Juli 1953. In Nordkorea wird er Vaterländischer Befreiungskrieg (조국해방전쟁, Chŏguk Haebang Chŏnjaeng) genannt.

Unterstützt wurde einerseits Südkorea von einer UN-Koalition, angeführt von den USA und andererseits Nordkorea von der UdSSR und der Volksrepublik China. Die Truppen der UN-Koalition, bestehend aus 16 Ländern, und die chinesische Freiwilligenarmee nahmen an dem Krieg teil. Dieser drohte, sich gegen Ende global auszuweiten, wurde letztendlich jedoch durch das am 27. Juli 1953 um 22:00 Uhr unterzeichnete zwischenkoreanische Waffenstillstandsabkommen beendet. Er gilt als einer der repräsentativen Stellvertreterkriege des Kalten Krieges.

Neben dem Vietnamkrieg (1955–1975) und dem Krieg in Afghanistan (1979–1989) ist er einer der größten Kriege seit dem Zweiten Weltkrieg. Beide Staaten strebten die Wiedervereinigung Koreas unter ihrer jeweiligen Regierung an.

Der Krieg begann nach abwechselnden Grenzverletzungen beider Konfliktparteien mit dem Überraschungsangriff Nordkoreas, das am 25. Juni 1950 gegen 4:00 Uhr ohne Kriegserklärung den 38. Breitengrad überquerte. Die militärisch überwältigende nordkoreanische Armee erreichte Seoul innerhalb von drei Tagen und nahm es am 28. Juni ein. Als Reaktion auf den Angriff verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolutionen 82 und 83. In Resolution 83 vom 27. Juni 1950 empfahl der Sicherheitsrat den UN-Mitgliedsstaaten, Südkorea die notwendige Hilfe zu gewähren, um den bewaffneten Angriff Nordkoreas abzuwehren und den Frieden wiederherzustellen.

Die nordkoreanische Armee überrannte binnen weniger Tage die Mitte und den Südosten des Landes und wurde erst am Nakdong-Fluss aufgehalten. Die UN-Truppen wurden von den nordkoreanischen Truppen in einen kleinen Brückenkopf um Busan im Süden der Koreanischen Halbinsel zurückgedrängt.

Beginnend mit der Landung bei Incheon begann am 15. September eine groß angelegte UN-Gegenoffensive, welche am 10. Oktober Pjöngjang und den Amnok-Fluss an der Grenze zur Volksrepublik China erreichte. Die chinesische „Volksfreiwilligenarmee“ griff Mitte November auf Seiten Nordkoreas in das Kampfgeschehen ein und wendete das Kriegsglück erneut.

Infolgedessen wechselte Seoul am 4. Januar 1951 erneut die Hände. Die südkoreanischen und UN-Truppen eroberten Seoul am 15. März zurück.

Dort – etwa am 38. Breitengrad – führten die Kriegsparteien einen verlustreichen Stellungskrieg. Die ersten Waffenstillstandsverhandlungen begannen am 23. Juni 1951, jedoch verzögerte sich der Konflikt auf zwei weitere Jahre. Nach zweijährigen Verhandlungen wurde am 27. Juli um 22:00 Uhr 1953 ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, das den Status quo ante weitgehend wiederherstellte. Bis dahin waren 940.000 Soldaten und etwa drei Millionen Zivilisten getötet worden. Beinahe die gesamte Industrie des Landes wurde zerstört.

Insbesondere in Deutschland löste der Konflikt Befürchtungen aus, er könne zu einem Dritten Weltkrieg führen.

Nach dem Krieg scheiterten Bemühungen um die Wiedervereinigung Koreas; vermutlich trug die militärische Auseinandersetzung dazu bei, die Teilung des Landes zu verfestigen (→ Korea-Konflikt). Chinesische Truppen blieben bis 1958 in Nordkorea, US-Truppen sind weiterhin in Südkorea stationiert. Bis heute wurde kein Friedensvertrag abgeschlossen.

  1. Rolf Steininger: Der vergessene Krieg. Korea 1950–1953. Olzog, München 2006, ISBN 3-7892-8175-1.
  2. Resolution 83 (1950). 1965 (un.org [abgerufen am 18. August 2025]).