Korrelation
Eine Korrelation (mittellat. correlatio für „Wechselbeziehung“) beschreibt eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Merkmalen, Zuständen oder Funktionen. Die Beziehung muss keine kausale Beziehung sein: Manche Elemente eines Systems beeinflussen sich gegenseitig nicht, oder es besteht eine stochastische, also vom Zufall beeinflusste Beziehung zwischen ihnen.
Der Begriff der Korrelation ist in diversen Kontexten von Bedeutung:
- In der Philosophie bzw. speziell in der Erkenntnistheorie wird der Standpunkt, der das erkennende Subjekt mit dem erkannten Objekt verbindet, als Korrelationismus bezeichnet, vgl. Noesis und Noema.
- In der Psychologie wird die erkenntnisfördernde synthetische Sichtweise unterschiedlicher Funktionen, Sachbereiche, Sachverhalte und Begriffe sowie die methodische Einbeziehung von sog. Nachbarwissenschaften als Korrelat bezeichnet.
- In der Statistik wird der Zusammenhang zwischen zwei statistischen Variablen mit verschiedenen Zusammenhangsmaßen gemessen. Ein bekanntes Zusammenhangsmaß ist der Bravais-Pearson-Korrelationskoeffizient.
- In der Signalanalyse bzw. Bildanalyse wird zur Beschreibung des Zusammenhangs zweier Signale mit unterschiedlichen Zeit- bzw. Ortsverschiebungen die Kreuzkorrelationsfunktion eingesetzt. Für Details siehe Korrelation (Signalverarbeitung).
- In der Informationstheorie kann die allgemeine (nicht notwendigerweise lineare) Korrelation zweier Zufallsgrößen mit Hilfe der Transinformation quantifiziert werden.
- In der Softwaretechnik bezeichnet der Korrelationstest ein Verfahren, in dem nicht nur einzelne Parameter einer Funktion auf Plausibilität (zum Beispiel in Datentyp oder Wertebereich) geprüft werden, sondern auch Kombinationen dieser Parameter berücksichtigt werden.
- In der archäologischen und geologischen Stratigraphie ist Korrelation die anhand gleicher Merkmale feststellbare relative Altersgleichheit räumlich getrennter Schichten(folgen)
- In der Quantenphysik sind die Messergebnisse an verschränkten Teilsystemen – von zusammengesetzten physikalischen Systemen – miteinander korreliert, das heißt, dass je nach dem Ergebnis der Messung an einem Teilsystem für die möglichen Messergebnisse an dem oder den anderen Teilsystemen eine veränderte Wahrscheinlichkeitsverteilung vorliegt. Diese durch Quantenverschränkung erzeugten Korrelationen werden auch als Quantenkorrelationen bezeichnet.
- ↑ Roman Schnabel: Einstein wäre doppelt verblüfft. Quantenkorreliertes Licht in Gravitationswellen-Observatorien. In: Physik in unserer Zeit. 4. Mai 2021, abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ J. Sperling, W. Vogel, G. S. Agarwal: Correlation measurements with on-off detectors. In: Physical Review A 88, 043821. 11. Oktober 2013, abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ Gernot Alber, Matthias Freyberger: Quantenkorrelationen und die Bellschen Ungleichungen. In: Physikalische Blätter. Band 55 (1999), Nr. 10, 1999, S. 23–27 (tu-darmstadt.de [PDF; abgerufen am 18. April 2025]).