Kraniometrie
Die Kraniometrie (von lateinisch cranium ‚Schädel‘ und griechisch μέτρον métron, deutsch ‚Maß‘, deutsch Schädelvermessung) ist ein Teilgebiet der Morphometrie und damit der quantitativen Anatomie. Gemeinsam mit der Kranioskopie, der Merkmalsbeschreibung, bzw. der Kraniologie bildet sie ein Teilgebiet der Phrenologie.
Anhand von morphometrischen Schädelmerkmalen lassen sich sowohl bei Menschen als auch bei Tieren z. B. Art- und Geschlechtszuordnungen treffen. Diese Fragestellungen sind unter anderem in der Anthropologie, der Ethnologie und der Forensik von Bedeutung. Die Vermessung von Schädeln spielt heute vor allem in der Archäologie und der Paläoanthropologie eine Rolle, um Schädelfunde zuzuordnen.
Die Kraniometrie, durchgeführt im Allgemeinen mit einem Kraniometer, ist eine direkte Messmethode, bei der die Maße am lebenden oder toten Körperteil mechanisch erfasst werden. Sie ist nicht zu verwechseln mit ihrem Pendant in der Röntgenologie, der Kephalometrie (von altgriechisch Κέφαλος Képhalos, deutsch ‚Kopf‘), bei der die Maße indirekt am Röntgenbild abgenommen werden, das ja eine Projektion der knöchernen Strukturen ist, vergleiche dazu Fernröntgenseitenbild. Hierzu müssen auch die Daten aus der Sonographie gerechnet werden.
- ↑ Josiah Clark Nott, George Gliddon: Types of Mankind. 1854.
- ↑ Stephen Jay Gould: Der falsch vermessene Mensch. Frankfurt 1988, ISBN 3-518-28183-6, S. 26 f.
- ↑ Sigrid Oehler-Klein: Kranioskopie, auch Kraniologie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 789 f.
- ↑ dtv Brockhaus Lexikon. Band 10. Deutscher Taschenbuch-Verlag, Wiesbaden/München 1982, ISBN 3-423-03310-X, S. 130 f.