Leglock (Kampfsport)
Ein Leglock ist ein Angriff im Kampfsport, welcher die Beine, die Knie, die Fußgelenke oder Knöchel überhebelt, so dass der Gegner den Kampf aufgeben muss.
Ein Hebel, welcher auf die Füße zielt, wird als "Footlock" oder "Fußhebel" bezeichnet, eine Attacke der Hüfte als "Hip Lock". Abzugrenzen davon sind Spinal Locks, mit welchen die Wirbelsäule attackiert wird.
In Grappling-Sportarten wie Mixed Martial Arts, Sambo, Brazilian Jiu-Jitsu, Wrestling, Vale Tudo sind sie erlaubt.
Allerdings gibt es hier Einschränkungen je nach Erfahrung. So dürfen etwa in Brazilian Jiu Jitsu Anfänger (Weißgurte – und auch Blaugurte) keine Angriffe durchführen, welche die Knie stark belasten, wie etwa Kneebars oder Heel Hooks.
In Judo dagegen sind Leg Locks sowie Angriffe auf die Beine seit 2010 komplett verboten.
Wie die meisten Gelenkhebel, so sind auch Leglocks effektiver, wenn der gesamte Körper als Hebel genutzt wird.
Einige wirken auf die großen Gelenke des Knies oder der Hüfte und bringen eine Hebelwirkung mit sich, so dass sie größere Muskelgruppen überdehnen. Andere wirken direkt auf die Bänder im Knie oder auf die kleinen Gelenke des Knöchels.
Leglocks können als Kontrollpositionen dienen, wie etwa der Leg Triangle oder den Leg Knot (Beinknoten). Obgleich viele Angriffe im Brasilianischen Jiu Jitsu verboten bzw. nur für Braun- und Schwarzgurte erlaubt sind, können sie dennoch so ein "Setup", also eine Kontrollposition für einen legalen, anderweitigen Angriff darstellen.
Einige andere Leglock-Kontrollpositionen dagegen wurden in modernen BJJ- und Submission-Grappling-Wettbewerben als Guard übernommen, wie die Snake - oder Single Leg X Guard oder die 50/50 Guard.
Beim Training oder Sparring werden Leglocks langsam und kontrolliert angewendet, so dass Verletzungen vermieden werden. Insbesondere bei Submissions mit besonders hohem Verletzungspotential wie dem Heel Hook geht es vor allem darum, die Etablierung einer sicheren Kontrollposition zu trainieren, aus der der Gegner nicht mehr entkommen kann.
Der Gegner/Trainingspartner signalisiert dies durch Abklopfen (engl.: Tap)
In der Selbstverteidigungssituation, dagegen kann es beim "Durchziehen" des Hebels zu enormen Schäden, wie Dislokation, Knochenbruch, Sehnen- oder Bänderrissen sowie zu dauerhaften Knieschäden kommen.
- ↑ Verbot von Leg Locks im Judo, ( des vom 9. August 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. abgerufen am 31. März 2018.