Lenz (Büchner)
Lenz ist eine Erzählung von Georg Büchner, deren Titel jedoch nicht vom Autor stammt. Sie erschien posthum 1839 in der Zeitschrift Telegraph für Deutschland. Ihre genaue Entstehungszeit ist unbekannt, Büchner hat sich aber nachweislich spätestens seit dem Frühjahr 1835 mit dem Stoff beschäftigt und hat die Arbeit daran vor Januar 1836 beendet. Die Behauptung, es handele sich bei dem Text um ein Fragment, ist ebenso umstritten wie seine Kategorisierung als Novelle.
Die Erzählung beschreibt den sich verschlechternden Geisteszustand des Schriftstellers Jakob Michael Reinhold Lenz und basiert einerseits auf einigen Briefen von Lenz, andererseits auf den schriftlichen Beobachtungen des Pfarrers Johann Friedrich Oberlin, deren Umfang ungefähr die Hälfte des Novellentextes ausmacht und die von Büchner größtenteils wörtlich übernommen worden sind, sodass gegen Büchner immer wieder der Vorwurf des Plagiats erhoben wurde.
- ↑ Lenz. Eine Reliquie von Georg Büchner. Mit einem Vor- und Nachwort hg. von Karl Gutzkow. In: Telegraph für Deutschland (Januar 1839, Nrn. 5, 7–11, 13–14; S. 34–40, 52–56, 59–62, 69–72, 77–78, 84–87, 100–104, 108–11). Büchners Braut Minna Jaeglé fertigte eine Abschrift an, die sie im September 1837 an Karl Gutzkow sandte. Da das handschriftliche Original des Textes verschollen ist, bleibt Gutzkows Erstdruck der „einzige authentische Textzeuge“ (Gersch).
- ↑ Hellmuth Karasek: Der Ehrabschreiber. In: Der Spiegel. Nr. 3, 1990 (online – 15. Januar 1990).
- ↑ Hubert Gersch: Quellenmaterialien und „reproduktive Phantasie“. In: Georg Büchner Jahrbuch. 8, 1990/94 (1995), S. 69.