Literarischer Antisemitismus
Literarischer Antisemitismus ist ein literaturwissenschaftlicher Begriff und kennzeichnet antisemitische Klischees, die in literarischen Texten vorkommen und verwendet werden. Diese beziehen sich auf unterschiedliche sprachliche wie nichtsprachliche Ebenen. Literarische Werke werden in diesem Sinne als antisemitisch eingestuft, wenn die verwendeten subtilen bis drastischen antijüdischen Motive, Bilder und Versatzstücke letztlich gestützt und nicht hinterfragt werden.
Stereotype Darstellungen jüdischer Figuren sollen Juden identifizierbar und somit tatsächlich identitätslos machen. Die Figuren werden auf diese Weise ihrer Individualität beraubt, da sie nun als Juden erkannt und sogleich eingeordnet werden, ein Grund für die fehlende Literarizität der Texte, denen auf diese Weise vielschichtige Codierungen und Lesarten abgehen.
- ↑ Klaus-Michael Bogdal: Aufsatz. In: Klaus-Michael Bogdal, Klaus Holz, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Literarischer Antisemitismus nach Auschwitz. Metzler, Stuttgart 2007, S. VII