Lokalanästhesie
Die Lokalanästhesie (von lateinisch locus ‚Ort‘ und von „Anästhesie“ von altgriechisch ἀν- ‚nicht‘ und altgriechisch αἴσθησις ‚Wahrnehmung‘; wörtlich örtliche Unempfindlichkeit) oder örtliche Betäubung (auch lokale Anästhesie) ist die örtliche Schmerzausschaltung im Bereich von Nervenendungen oder Leitungsbahnen, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen. Sie bewirkt durch gezielte Verabreichung von Anästhetika, meist Lokalanästhetika, in mittelbarer Nähe ihres Wirkortes die zeitweilige, umkehrbare Funktionshemmung von ausgewählten Nerven und führt dabei zu Empfindungslosigkeit und Schmerzfreiheit, teilweise auch zur Hemmung der aktiven Beweglichkeit in Teilen des Körpers. Die Lokalanästhesie auf Grund ihrer (nacheinander einsetzenden) sympathischen, sensorischen und gegebenenfalls motorischen Blockaden ist eine über eine Analgesie hinausgehende Anästhesie.
Die Lokalanästhesie ermöglicht als Alternative zur Allgemeinanästhesie (Narkose) medizinische Prozeduren wie Operationen oder bestimmte Untersuchungen, für deren Durchführung die lediglich örtliche Schmerzausschaltung und Unterbindung von Bewegungen zwar notwendig, jedoch in diesem Umfang ausreichend ist.
Zur Lokalanästhesie als Oberbegriff zählt, historisch und pharmakologisch begründet, auch die vor allem von Anästhesisten durchgeführte Regionalanästhesie. Weitere Hauptverfahren sind die Oberflächenanästhesie und die Infiltrationsanästhesie.
- ↑ Vgl. E. Jellinek: Lokale Anästhesie des Pharynx und Larynx. In: Wiener medizinische Wochenschrift. Band 48, 1884, S. 1334 ff.
- ↑ Hans Anton Adams, Eberhard Kochs, Claude Krier: Heutige Anästhesieverfahren – Versuch einer Systematik. In: Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie. Jahrgang 36, Nr. 5, Mai 2001, S. 262–267. doi:10.1055/s-2001-14470 PMID 11413694.