MHG-Studie

Die MHG-Studie war ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zum Thema Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland, das in den Jahren 2014 bis 2018 von einem Forschungsverbund aus Experten mehrerer universitärer Institute durchgeführt wurde. Das Kürzel „MHG“ steht für „Mannheim, Heidelberg, Gießen“, die Institutsstandorte der beteiligten Wissenschaftler. Grundlage der Untersuchung waren 38.156 Personalakten von Priestern, Ordensmännern und Diakonen aus den 27 deutschen Bistümern aus der Zeit zwischen 1946 und 2014.

Der Abschlussbericht trägt den Titel Forschungsprojekt: Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz und wurde am 25. September 2018 veröffentlicht. Es gab 1670 beschuldigte Kleriker oder 4,4 Prozent aller Kleriker, deren Personalakte untersucht wurde. Es wurden 3677 Opfer von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gefunden. Als begünstigende Strukturen für sexuellen Missbrauch wurden asymmetrische Machtverhältnisse gefunden und ein geschlossenes System, wie es bei der katholischen Kirche vorherrscht.