Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland

Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland wurde zu Beginn des Jahres 2010 ein Thema von breitem öffentlichem Interesse. Ein Zeitungsbericht zu Missbrauchsfällen am Canisius-Kolleg in Berlin löste eine Welle der Berichterstattung aus, durch die immer mehr Fälle des sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland bekannt wurden. In den Vereinigten Staaten und in Irland war die Öffentlichkeit schon früher auf das Problem des sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche aufmerksam geworden. Schwerpunktmäßig waren die Opfer zwischen 14 und 17 Jahre alt, zu Übergriffen kam es vielfach im Umfeld der Messdienerarbeit, bei Ferienfreizeiten und in Internaten.

Unter dem Druck anhaltender Kritik reagierte die römisch-katholische Kirche in Deutschland, insbesondere die Deutsche Bischofskonferenz, seit dem Krisenjahr 2010 mit zahlreichen Maßnahmen zur Aufarbeitung und Prävention. Dazu zählen unter anderem aufklärende Gutachten, Missbrauchs- und Präventionsbeauftragte in den Bistümern, die mehrfache Weiterentwicklung der kirchlichen Leitlinien zum sexuellen Missbrauch bis zur aktuellen Missbrauchsordnung und Zahlungen an Missbrauchsopfer. Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene, im Jahr 2018 veröffentlichte MHG-Studie ermittelte erstmals detaillierte Daten für ganz Deutschland und gab den Anstoß für den Synodalen Weg.