Magnatenverschwörung
Die Magnatenverschwörung (in der kroatischen Geschichtsschreibung als "Zrinsko-frankopanska urota" bekannt und in der ungarischen Historiographie oft als Wesselényi-Verschwörung ("Wesselényi-összeesküvés")) war eine 1664/1666 begonnene Verschwörung bedeutender Adelsfamilien im Königlichen Ungarn und Kroatien gegen ihren Herrscher Kaiser Leopold I. von Habsburg. Der Aufstand wurde aufgedeckt und die Revolte 1670/1671 rasch niedergeschlagen. Viele Beteiligte wurden hingerichtet, andere flüchteten und lösten nachfolgend die Kuruzenaufstände aus. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden vor allem Anführer der Verschwörung, wie Petar Zrinski und Fran Krsto Frankopan, von Nationalisten in Ungarn und Kroatien als frühe Freiheitskämpfer verehrt und zu Nationalhelden stilisiert. Das hat mit der Realität im 17. Jahrhundert recht wenig gemein, da sich der Adel kaum um Nationalitäten im Herrschaftsbereich kümmerte. Es ging um Macht, Reichtum und Einfluss, eine Einteilung der Herrschaft nach Völkern stand dem eigenen Streben entgegen. Forderungen zum Selbstbestimmungsrecht der Völker gab es erst über 100 Jahre später, nach der französischen Revolution.