Marktbereinigung
Unter Marktbereinigung versteht man in der Wirtschaftswissenschaft einen Prozess, bei dem sich die Zahl der Anbieter in einem Markt verringert.
Die Marktbereinigung ist ein Marktmechanismus, der die Situation eines sogenannten Überangebots beseitigt. Einige Anbieter erzeugen Güter, die zu teuer sind oder aus anderen Gründen (z. B. veraltete Technik, Gestaltung, die den Nachfragergeschmack nicht mehr trifft, oder veränderte Rahmenbedingungen) nicht verkauft werden können. Diese Anbieter verschwinden dann vom Markt, sei es, weil sie von anderen Anbietern aufgekauft werden, weil sie sich aus dem Markt zurückziehen und nur noch andere Märkte bedienen oder weil sie Insolvenz anmelden.
Eine Marktbereinigung kann u. a. Ergebnis eines Verdrängungswettbewerbs oder Ruinösen Wettbewerbs sein, kann infolge von Wirtschaftskrisen entstehen oder unter dem Schlagwort Strukturwandel durchaus erwünscht und insofern forciert sein.
Das Insolvenzrecht hat in Marktwirtschaften bei der Marktbereinigung eine wichtige Funktion inne.
- ↑ Markus M. Müller/Roland Sturm: Wirtschaftspolitik kompakt. 1. Auflage, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-14497-9, S. 241.
- ↑ Frank Dornseifer: Alternative Investments - Bedeutung und Rahmenbedingungen in einem geänderten Marktumfeld. In: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen. 2009, S. 360, 362.
- ↑ Achim Fey, Wolfgang Neyer: Entschärfung der Mantelkaufregelung für Sanierungsfälle. In: Der Betrieb. 2009, 1368, 1371.
- ↑ Beck/Depré: Praxis der Insolvenz. 2. Auflage, Verlag Vahlen, München 2010, ISBN 978-3-8006-3574-0, § 1, Rn. 126.
- ↑ vgl. für die Situation bei deutschen Bauunternehmen: Sammy Ziouziou, Erich Gluch: Die deutschen Bauunternehmen – kein Hang zur Größe. In: ifo Schnelldienst. Heft 19/2010, S. 22.
- ↑
Universität Duisburg, Thomas Siebold, 1995: Die sozialen Dimensionen der Strukturanpassung - eine Zwischenbilanz. ( des vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) S. 2:
„Ein Ziel haben alle Programme gemeinsam: sie sollen die Zahlungsfähigkeit des Schuldnerlandes wiederherstellen. Auch wenn die Ausgestaltung der IWF-/Weltbank-Strukturanpassung von Programm zu Programm unterschiedlich ist, folgen doch alle Programme einem Grundmuster, dessen neoklassisch-monetaristische Herkunft sich nicht verleugnen läßt: Es fußt auf drei Prinzipien: 1. Deflation der Ökonomie durch monetäre Maßnahmen: Durch die Begrenzung des inländischen Kreditvolumens und die Reduzierung des staatlichen Budgetdefizits …“ - ↑ Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 2013/14: Gegen eine rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik. (PDF; 6,1 MB) S. 218:
„Kleine und mittlere Unternehmen spielen in vielen Sektoren eine volkswirtschaftlich wichtige Rolle. Allerdings ist vor wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die pauschal das Ziel haben, die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen in unveränderter Höhe aufrecht zu erhalten, zu warnen, denn solche Maßnahmen könnten den notwendigen Strukturwandel aufhalten.“ - ↑ Frege/Keller/Riedel: Insolvenzrecht, 7. Auflage, Verlag C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56019-4, Rn. 4.