Martin Luther (Unterstaatssekretär)

Martin Franz Julius Luther (* 16. Dezember 1895 in Berlin; † 13. Mai 1945 ebenda) war ein deutscher Beamter und Diplomat. In der Zeit des Nationalsozialismus war er Berater von Joachim von Ribbentrop, zunächst in der Dienststelle Ribbentrop, ab 1938 im Auswärtigen Amt (AA) des Deutschen Reichs. Ab 1941 hatte er die Stellung eines Unterstaatssekretärs.

Als Leiter der Abteilung D (Deutschland) im AA war Luther verantwortlich für die Zusammenarbeit mit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler und dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) sowie für das Ressort D III („Judenfrage, Rassenpolitik, Information der Auslandsvertretungen über wichtige innenpolitische Vorgänge“). In intensiver Zusammenarbeit mit dem Eichmannreferat machte Luther die Abteilung D zu einer der beteiligten Behörden der „Endlösung der Judenfrage“. Praktisch bestand der Beitrag des Auswärtigen Amtes zum Holocaust vor allem darin, die Deportationen aus besetzten und befreundeten Ländern diplomatisch vorzubereiten und abzusichern. Auf der Wannsee-Konferenz empfahl Luther, nordische Länder in Anbetracht geringer „Judenzahlen“ und zu erwartender Schwierigkeiten vorerst zurückzustellen und sich auf den Südosten und Westen Europas zu konzentrieren.