Massaker von Deir Yasin

Das Massaker von Deir Yasin war ein Angriff auf das palästinensische Dorf Deir Yasin (auch Deir Jassin, arabisch دير ياسين Dair Yāsīn bzw. im palästinensischen Dialekt Dēr Yāsīn) am 9. April 1948 während des Bürgerkriegs in Palästina. Mitglieder der zionistischen Untergrund- und Terrororganisationen Irgun und Lechi sowie der Spezialeinheit Palmach der Hagana griffen das etwa 600 Einwohner zählende Dorf nordwestlich von Jerusalem an und töteten dabei nach heutigen Forschungserkenntnissen 99 bis 120 Dorfbewohner, darunter zahlreiche Unbewaffnete, Frauen und Kinder.

Das Dorf hatte zuvor ein Friedensabkommen mit seiner benachbarten jüdischen Siedlung geschlossen und arabischen Kampfverbänden den Zugang verwehrt. Umstritten ist, wie viele der Getöteten bewaffnete Verteidiger waren und wie viele Zivilisten nach der Einnahme hingerichtet wurden. Die Opferzahlen wurden zunächst von beiden Seiten stark übertrieben, um psychologische Wirkung zu erzielen.

Das Massaker hatte weitreichende Folgen und verstärkte die Fluchtbereitschaft der palästinensischen Bevölkerung erheblich. Es führte zu Vergeltungsaktionen und gilt als eines der folgenreichsten Ereignisse des Palästinakriegs, das den weiteren Konfliktverlauf maßgeblich beeinflusste und bis heute Gegenstand geschichtswissenschaftlicher Debatten bleibt.