Palästinakrieg

Palästinakrieg
Teil von: Nahostkonflikt

Israelische Soldaten hissen die improvisierte „Tintenflagge“ nach der kampflosen Einnahme von Eilat
Datum Guerillakrieg im Mandatsgebiet: 30. November 1947 bis 15. Mai 1948
Intervention der arabischen Armeen: 15. Mai 1948 bis 20. Juli 1949
Ort Mandatsgebiet Palästina, Sinai-Halbinsel, Südlicher Libanon
Ausgang Sieg der jüdischen Nationalbewegung
Territoriale Änderungen Transjordanien annektierte das Westjordanland. Ägypten besetzte den Gazastreifen.
Konfliktparteien
Jischuv (vor 14. Mai 1948)
Israel Israel (nach 14. Mai 1948)
Vor 26. Mai 1948:
Hagana
├─ Palmach
├─ Hish
└─ HIM
Irgun Zwai Leumi
Lechi
Militante Drusen
Verbündete Beduinenstämme
Nach 26. Mai 1948:
Israelische Verteidigungsstreitkräfte
└─ Schwertbataillon
Ausländische Freiwillige:
Machal
Arabisches Hohes Komitee (vor 15. Mai 1948)
Arabische Liga
Arabische Liga:
Königreich Ägypten
└─ Protektorat Gesamtpalästina (nach 22. September 1948)
Jordanien Transjordanien
Syrien Syrische Republik
Königreich Irak
Libanon Libanon
Saudi-Arabien Saudi-Arabien
Königreich Jemen
Freischärler:
al-Najjada
Armee des heiligen Krieges
Arabische Befreiungsarmee
Gesellschaft der Muslimbrüder

Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
└─ Völkerbundsmandat für Palästina (vor 15. Mai 1948)

Befehlshaber

Israel David Ben-Gurion
Israel Chaim Weizmann
Israel Yigael Yadin
Israel Yaakov Dori
Israel David Shaltiel
Israel Moshe Dayan
Israel Yisrael Galili
Israel Yigal Allon
Israel Yitzhak Rabin
Israel Mosche Karmel
Israel Aharon Remez
Israel David Marcus
Israel Gershon Zak
Israel Shlomo Shamir

Amin al-Husseini
Abd al-Qadir al-Husaini
Hasan Salama
Abdel Rahman Azzam
Fawzi al-Qawuqji
Jordanien Abdallah ibn Husain I.
Jordanien John Bagot Glubb
Jordanien Habis Majali
Faruq
Ahmed Ali al-Mwawi
Mohamed Naguib

Vereinigtes Konigreich Gordon MacMillan

Truppenstärke

Israel: anfänglich ca. 10'000, ansteigend auf 115'000 bis März 1949

Araber: anfänglich ca. 2'000, später ansteigend auf 70'000

├─ Ägypten: anfänglich 10'000, später 20'000
├─ Irak: anfänglich 3'000, später 15'000–18'000
├─ Syrien: 2'500–5'000
├─ Transjordanien: 8'000–12'000
├─ Libanon: 1'000
├─ Saudi-Arabien: 800–1'200
└─ Arabische Befreiungsarmee: 3'500–6'000

Britische Sicherheitskräfte: 70'000

Verluste

Der USSOC-Historiker Stanley Sandler schätzt die Zahl der Toten auf 6'373 (etwa 4'000 Soldaten und 2'373 Zivilisten). Benny Morris schreibt, dass 5'700–5'800 Menschen getötet wurden.

Zwischen 5'000 und 20'000 (einschließlich Zivilisten und bewaffneter irregulärer Kämpfer), darunter 4'000 Soldaten aus Ägypten, Transjordanien und Syrien; andere Schätzungen: 15'000 arabische Tote und 25'000 Verwundete.

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Der Palästinakrieg oder Israelische Unabhängigkeitskrieg (hebräisch מִלְחֶמֶת הָעַצְמָאוּת Milchemet haʿAtzmaʾūt) ist der erste arabisch-israelische Krieg, der in den Jahren 1947–1949 auf dem ehemaligen Mandatsgebiet Palästina ausgetragen wurde. Auf Arabisch wird er auch als Nakba (arabisch النكبة, DMG die Katastrophe) bezeichnet.

Der Krieg begann ohne formale Kriegserklärung nach der Verabschiedung des UN-Teilungsplanes für Palästina am 29. November 1947 mit den ersten lokalen Kämpfen zwischen arabischen Milizen (u. a. der Armee des heiligen Krieges) und jüdischen Militärorganisationen (u. a. der Hagana).

Nach der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel am 14. Mai 1948 rückten am 15. Mai, kurz nach dem offiziellen Ende des Mandats um Mitternacht, reguläre Armeeeinheiten einer Allianz, die von den arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Jordanien und Irak gebildet worden war, in das ehemalige britische Mandatsgebiet ein und griffen Israel an.

Das Ziel der arabischen Allianz, die den UN-Teilungsplan nicht akzeptierte und das Existenzrecht Israels bestritt, war die Beseitigung des entstehenden jüdischen Staates. Jordanien verfolgte außerdem das Ziel, das Westjordanland zu annektieren. Wichtiges Nebenziel der ägyptischen und syrischen Machthaber war hingegen, einen Machtzugewinn Jordaniens zu verhindern.

Der Krieg endete mit einem eindeutigen militärischen Sieg Israels. Dieses schloss 1949 unter Vermittlung der UN Waffenstillstandsverträge mit seinen arabischen Kriegsgegnern ab. Nur der Irak zog seine Truppen ohne Vertrag zurück. In diesen Abkommen wurden Waffenstillstandslinien geschaffen, die etwa 75 Prozent des vormaligen Mandatsgebiets Israel überließen und das israelische Territorium im Vergleich mit dem UN-Teilungsplan um ein Drittel vergrößerten. Ein Streifen an der Südküste, der sich von Gaza bis zur ägyptischen Grenze erstreckte (Gazastreifen), kam unter ägyptische Verwaltung. Das östliche Palästina ging als Westjordanland an Jordanien. Jerusalem wurde zwischen Israel (Westjerusalem) und Jordanien (Ostjerusalem) aufgeteilt. Viele Staaten erkannten die Teilung Jerusalems offiziell nicht an.

Die jüdische Nationalbewegung konnte ihren Staat erfolgreich etablieren. Mit der diplomatischen Anerkennung Israels am 29. Januar 1949 zeigte die britische Regierung, dass sie die veränderte politische Lage in ihrem ehemaligen Mandatsgebiet anerkannte.

Die militärische und politische Niederlage der arabischen Seite und die einander widersprechenden Ziele der arabischen feudalen Regime verhinderten die Entstehung eines arabischen Staates Palästina auf dem ehemaligen britischen Mandatsgebiet. Rund 750.000 palästinensische Araber flüchteten oder wurden vertrieben. Etwa ebenso viele Juden wurden während und nach dem Unabhängigkeitskrieg aus arabischen Staaten vertrieben und ließen sich überwiegend in Israel nieder.

In den arabischen Staaten führte die Niederlage zur Schwächung der herrschenden Regime, was sich mittelbar in Putschen und Revolutionen äußerte.

  1. Mordechai Nisan: Minorities in the Middle East: A History of Struggle and Self-Expression. 2. Auflage. McFarland, 2015, ISBN 978-0-7864-5133-3, S. 284.
  2. Mordechai Nisan: The Druze in Israel: Questions of Identity, Citizenship, and Patriotism. (PDF) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 13. April 2026.
  3. Gene Dison: Israel’s Bedouin Warriors. In: Palestine Post. 12. August 1948.
  4. AFP: Bedouin army trackers scale Israel social ladder. In: Al Arabiya. 24. April 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2022; abgerufen am 13. April 2026.
  5. Stanley Sandler: Ground Warfare: An International Encyclopedia. ABC-CLIO, 2002, ISBN 1-57607-344-0, S. 160.
  6. Benny Morris: 1948: A History of the First Arab-Israeli War. Yale University Press, 2008, ISBN 978-0-300-12696-9, S. 406.
  7. Stanley Sandler: Ground Warfare: An International Encyclopedia. ABC-CLIO, 2002, ISBN 1-57607-344-0, S. 160.
  8. Rosemarie Esber: Under the Cover of War. Arabicus Books & Media, 2009, S. 28.
  9. Micheal Clodfelter: Warfare and Armed Conflicts: A Statistical Encyclopedia of Casualty and Other Figures, 1492–2015. 4. Auflage. McFarland, 2017, ISBN 978-0-7864-7470-7, S. 572.