Völkerbundsmandat für Palästina

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Das Völkerbundsmandat für Palästina (arabisch الانتداب البريطاني على فلسطين, DMG al-Intidāb al-barīṭānī ʿalā Filasṭīn; hebräisch הַמַּנְדָּט הַבְּרִיטִי מִטַּעַם חֶבֶר הַלְּאֻמִּים עַל פָּלֶשְׂתִּינָה (אֶרֶץ-יִשְׂרָאֵל) HaMandaṭ haBrīṭī miṬaʿam Chever haLʾummīm ʿal Palestīnah (Eretz-Jisraʾel)) war ein vormals osmanisches Territorium in der südlichen Levante, das sich vom Mittelmeer bis beiderseits des Jordans erstreckte, das die Briten im Ersten Weltkrieg erobert hatten. Die Teilnehmer der Konferenz von Sanremo sprachen am 19. April 1920 das Gebiet Großbritannien zu.

Der Völkerbund legitimierte den Beschluss von Sanremo und erteilte den Briten am 24. Juli 1922 das Klasse-A-Mandat für Palästina. Im Jahr darauf gliederten die Briten das Gebiet östlich des Jordans als Transjordanien aus. Palästina nahm eine in der Region beispiellose wirtschaftliche Entwicklung, geprägt von sicherer Rechtsordnung, Urbanisierung, Industrialisierung bei Steigerung von Wohlstand und Einwohnerzahl. Wegen langwieriger Unruhen zwischen arabischen und jüdischen Volksgruppen im Lande und – dessen überdrüssig – Großbritanniens Ersuchen, das Mandat an die UNO, Nachfolgerin des Völkerbunds, zurückzugeben, beschloss im November 1947 die Mehrheit von deren Mitgliedsstaaten den UN-Teilungsplan für Palästina.

Angesichts des britischen Abzugs am 15. Mai 1948, beschlossen gewählte jüdische Palästinenser noch am Vortag, die Gründung des UN-bestimmten Staats für Juden, Israel, zu vollziehen. Tags darauf marschierten Armeen von fünf Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga ins ehemalige Mandatsgebiet ein. Fremde wie einheimische arabische Streitkräfte führten gegen jene Israels Krieg um dessen Existenz. Am 22. September 1948 gründete die Arabische Liga dann den vorgesehenen arabischen Staat, das Protektorat Gesamt-Palästina und berief die Gesamtpalästinensische Regierung.

In vier getrennten Waffenstillstandsabkommen von 1949 fixierten die Kriegsparteien die Teilung Palästinas weitgehend entlang der erreichten Kampflinien mit einigen verhandelten Abweichungen. Den größten Teil des Landes (etwa 78 %) bildete nun das ethnisch gemischte Israel. Seine Gegner behaupteten zwei territorial getrennte, nunmehr ethnisch homogen arabisch bewohnte Gebiete, das Westjordanland und den Gazastreifen. Allein dort wirkte Palästinas Regierung von 1948, bis die ägyptischen Besatzer sie 1953 auflösten, um bis 1967 direkt zu herrschen. Nach Abzug der Truppen Iraks, des Libanons und Syriens 1949 bestand die Besatzungsmacht im Westjordanland (auch Cisjordanien genannt) aus Streitkräften Transjordaniens, das 1946 aus britischer Mandatsverwaltung unabhängig geworden war.

Transjordanien annektierte 1950 Cisjordanien und nahm den Namen Jordanien an, den es auch beibehielt, als es 1988 den Anspruch aufs Westjordanland aufgab. Dieses und den Gazastreifen hatten Israels Truppen im Sechstagekrieg 1967 besetzt. Nach Abzug der israelischen Besatzer und Siedler aus dem Gazastreifen 2005 übernahm dort bald die Terrororganisation Hamas die Herrschaft. Im weiterhin israelisch kontrollierten Westjordanland verwaltet die Palästinensische Autonomiebehörde Teile des Gebiets. Der politische Status von Westjordanland und Gazastreifen ist bis heute ungeklärt.

  1. Meist mit dem Akronym א״י (Aleph Jod) bezeichnet.