Material (Betriebswirtschaft)

Material (aus lateinisch materia, „Stoff“) ist in der Betriebswirtschaftslehre und speziell in der Materialwirtschaft der Sammelbegriff für stoffliche Produktionsfaktoren, die im Produktionsprozess zur Produktion von Gütern oder Dienstleistungen verwendet werden.

Der Materialbegriff steht häufig im Kontext von „Arbeit“ und „Verrichtungen“, wie es in Worten wie „Arbeitsmaterial“ oder „Büromaterial“ deutlich wird. Mit „Material“ werden nicht nur stoffliche Gegenstände bezeichnet, sondern es kann sich auch wie bei „Filmmaterial“ verselbständigen und Bilder auf einem belichteten Film bezeichnen.

In Unternehmen werden verschiedene Materialarten unmittelbar oder mittelbar für die Produktion eingesetzt, die auch als Transformation von Material in Endprodukte definiert werden kann. Materialarten gehören zu den (materiellen) Produktionsfaktoren, wobei ein Teil des Materials zu den Potentialfaktoren und der andere Teil zu den Repetierfaktoren gezählt wird. Die Zugehörigkeit des Materials hängt davon ab, ob Material für längere Zeit zum Gebrauch in der Produktion zur Verfügung steht (Potentialfaktoren) oder ob es durch Verbrauch oder physikalische bzw. chemische Umwandlung in einem einzigen Produktionsprozess materiell untergeht und für einen weiteren Produktionsprozess erneut beschafft werden muss (Repetierfaktoren). Der Verbrauch von Material im Produktionsprozess löst Materialkosten aus, die in der betrieblichen Kostenstruktur neben den Personalkosten die wichtigste Kostenart darstellen.

  1. Ursula Hermann, Knaurs etymologisches Lexikon, 1983, S. 310; ISBN 3-426-26074-3
  2. Stefan Zerbe, Globale Teams, 1999, S. 194
  3. Egbert Kahle, Potentialfaktoren, in: Wolfgang Lück (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 2004, S. 535
  4. Edmund Heinen, Betriebswirtschaftliche Kostenlehre, 1983, S. 247; ISBN 978-3-409-33629-1