Meißner und Meißner Vorland

Meißner und Meißner Vorland

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Blick auf die Osthänge des Meißner

Lage Werra-Meißner-Kreis im nordosthessischen Bergland
WDPA-ID 555520067
Natura-2000-ID DE4725306
FFH-Gebiet 2041,2 Hektar
Geographische Lage 51° 14′ N,  54′ O
Meereshöhe von 195 m bis 740 m
Einrichtungsdatum 2008
Verwaltung Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium in Kassel
Besonderheiten Aus mehreren Einzelgebieten bestehendes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet mit vier ausgewiesenen Naturschutzgebieten und einem Naturwaldreservat. Große Bereiche in einem Vogelschutzgebiet.

Mit der Bezeichnung Meißner und Meißner Vorland wurden mehrere Flächen auf und um den Hohen Meißner, den höchsten Berg im nordöstlichen Hessen, als ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) in das länderübergreifende Netz besonderer Schutzgebiete Natura 2000 integriert. Natura 2000 hat den Erhalt der biologischen Vielfalt zum Ziel und soll dem anhaltenden Rückgang von wildlebenden Arten und ihrer natürlichen Lebensräume entgegenwirken. Die rechtlichen Grundlagen für das Schutzgebietssystem bilden die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union.

Begründet wurde die Schutzwürdigkeit des Meißners und seines Vorlands mit der außergewöhnlichen Vielfalt der Landschaft, die einen großflächig zusammenhängenden Lebensraumkomplex aus verschiedenartigen Wäldern, extensiv genutztem Grünland, naturnahen Fließgewässern und verschiedenen Sonderstandorten wie Blockhalden, Felsen und Mooren besitzt. Die in dem Gebiet vorkommenden edellaubholzreichen Blockschuttwälder mit ihren seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten werden als von „nationaler Bedeutung“ angesehen. Schutzwürdig aus kulturhistorischer Sicht sind die stellenweise kleinräumig parzellierten Kalkmagerrasen und Magerwiesen, die als Überbleibsel einer historischen Landnutzungsform erhalten geblieben sind, die Kultplätze der Frau Holle, um die sich Sagen und Mythen ranken, sowie die Relikte des Braunkohlebergbaus, der zu den ältesten seiner Art in Deutschland gehört.

  1. BÖF Büro für angewandte Ökologie und Forstplanung: Grunddatenerfassung zum FFH-Gebiet 4725-306 „Meißner und Meißner Vorland“.
  2. Regierungspräsidium Kassel: Standard-Datenbogen für besondere Schutzgebiete, erstellt im März 1998 und im Januar 2015 aktualisiert.