Meldungen aus dem Reich

Mit Meldungen aus dem Reich waren die geheimen innenpolitischen Lageberichte des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS im NS-Staat während des Zweiten Weltkrieges überschrieben. Dieser sammelte darin zwischen Kriegsbeginn 1939 und Juli 1944 Stimmungsberichte aus der deutschen Bevölkerung, um sie einem kleinen Kreis hoher NS-Funktionäre und Beamter zugänglich zu machen.

Außer diesen regelmäßig erstellten Stimmungsberichten werden als Vorläufer auch der „Jahreslagebericht für 1938“ und „Berichte zur innenpolitischen Lage“ von 1939 sowie spätere „SD-Berichte zu Inlandsfragen“, die bis zum März 1945 für unterschiedliche Dienststellen angefertigt wurden, unter der Bezeichnung „Meldungen aus dem Reich“ zusammengefasst. Ziel der Berichte sollte es sein, „an Stelle einer öffentlichen Kritik die Staatsführung in die Lage zu versetzen, die im Volke vorhandenen oder entstehenden Auffassungen kennenzulernen und zu berücksichtigen.“ Die Inhalte der Stimmungsberichte sind „nicht Niederschlag einer seriösen Meinungsforschung, sondern Reflex auf die jeweils vorgegebene Propagandalinie“.

  1. Zitat Otto Ohlendorfs nach: Meldungen aus dem Reich 1938–1945…, Bd. 1, Herrsching 1984, ISBN 3-88199-158-1, S. 11.
  2. Hans Mommsen: Der Holocaust und die Deutschen. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 56(2008), S. 846.