Menschenfett
Menschenfett, auch als Humanfett bezeichnet, auch als Bezeichnung für Menschenschmalz, ist ein in historischen Arzneibüchern seit dem 16. Jahrhundert erwähnter, wichtiger Bestandteil als hochwertig erachteter Salben und anderer fetthaltiger Arzneiformen. In den alten Rezepturen wird das menschliche Fett lateinisch als (naturbelassenes) Pinguedo hominis oder (ausgelassen als Schmalz) als Axungia hominis bezeichnet, wo es neben anderen tierischen Fetten von Bären (Axung. ursi), Vipern (Axung. viperarum), Bibern (Axung. castoris), Katzen (Axung. Cati sylvestris), Geiern und Murmeltieren sowie vielen anderen aufgeführt wird. Johann Agricola (1496–1570) beschreibt die Gewinnung von Menschenfett und seine Anwendungsgebiete.
- 1 2 Aus dem Bestand des Deutschen Apothekenmuseums Heidelberg.
- ↑ Aus dem Bestand des Museum für Hamburgische Geschichte, Hamburg.
- ↑ Thomas Gleinser: Anna von Diesbachs Berner ‚Arzneibüchlein‘ in der Erlacher Fassung Daniel von Werdts (1658), Teil II: Glossar. (Medizinische Dissertation Würzburg), jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg 1989 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 46), S. 198 (Menschenschmalz).
- ↑ Rainer Möhler: ›Epistula de vulture‹ Untersuchungen zu einer organotherapeutischen Drogenmonographie des Frühmittelalters. Horst Wellm, Pattensen/Han. 1990, jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg, ISBN 3-921456-85-1, S. 348 f.
- ↑ Ferdinand Giese: Chemie der Pflanzen- und Thierkörper in pharmazeutischer Rücksicht. Verlag Hartmann, Leipzig 1811, S. 337.Digitalisat