Mexikanisches Neunbinden-Gürteltier

 

Mexikanisches Neunbinden-Gürteltier

Mexikanisches Neunbinden-Gürteltier (Dasypus mexicanus)

Systematik
Ordnung: Gepanzerte Nebengelenktiere (Cingulata)
ohne Rang: Gürteltiere (Dasypoda)
Familie: Dasypodidae
Unterfamilie: Dasypodinae
Gattung: Langnasengürteltiere (Dasypus)
Art: Mexikanisches Neunbinden-Gürteltier
Wissenschaftlicher Name
Dasypus mexicanus
Peters, 1864

Das Mexikanische Neunbinden-Gürteltier (Dasypus mexicanus) ist eine Art der Langnasengürteltiere. Es handelt sich um einen mittelgroßen Vertreter der Gürteltiere. Im äußeren Erscheinungsbild gleicht er weitgehend dem Neunbinden-Gürteltier. Übereinstimmend zu anderen Gürteltieren charakterisieren sich die Tiere durch einen Rückenpanzer, der aus einem starren Schulter- und Beckenschild besteht. Zwischen diesen beiden Abschnitten befinden sich entsprechend zum Neunbinden-Gürteltier acht bis zehn bewegliche Bänder. Unterschiede zwischen den beiden Arten sind vor allem in der Anatomie des Schädels zu finden.

Das Verbreitungsgebiet des Mexikanischen Neunbinden-Gürteltiers umfasst größere Teile Mittelamerikas und den südlichen bis zentralen Abschnitt Nordamerikas. Als einziger Vertreter der Gürteltiere kommt es somit in den USA vor, wo es erst in den 1850er Jahren nachgewiesen wurde, sich bis heute aber kontinuierlich ausbreitet. Als Habitate dienen verschiedene Wald- und Offenlandschaften vom Tiefland bis in teils höhere Berglagen.

Die Lebensweise ist durch zahlreiche Untersuchungen in den USA relativ gut erforscht. Die Tiere leben einzelgängerisch und sind nachtaktiv. Sie graben unterirdische Baue mit mehreren Eingängen und einer Nestkammer. Als Nahrung bevorzugen die Tiere Insekten, vor allem Käfer, teilweise werden aber auch Wirbeltiere verzehrt. Die Fortpflanzung findet einmal jährlich statt, begleitet von Dominanzkämpfen der Männchen. Weibchen bringen im Durchschnitt vier Junge zur Welt, die infolge von Polyembryonie alle genetisch identisch sind.

Wissenschaftlich eingeführt wurde das Mexikanische Neunbinden-Gürteltier im Jahr 1864. In der Regel galt es als eine von mehreren Unterarten des Neunbinden-Gürteltiers, welches dadurch den am weitesten verbreiteten Vertreter der Gürteltiere repräsentierte. Durch anatomische und genetische Untersuchungen in den 2010er Jahren konnte aber aufgezeigt werden, dass das Neunbinden-Gürteltier keine einheitliche Art bildet und sich in vier Untergruppen aufteilen ließ. Hiervon bildete das Mexikanische Neunbinden-Gürteltier die nördlichste Form. Die Anerkennung als eigenständige Art datiert in das Jahr 2024.

Bedeutend in der Beziehung zum Menschen ist der Umstand, dass das Neunbinden-Gürteltier Erreger der Lepra und der Chagas-Krankheit trägt und deshalb für Forschungszwecke als Labortier verwendet wird. Der Bestand wird als nicht bedroht eingeschätzt.