Neunbinden-Gürteltier

Neunbinden-Gürteltier

Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus)

Systematik
Ordnung: Gepanzerte Nebengelenktiere (Cingulata)
ohne Rang: Gürteltiere (Dasypoda)
Familie: Dasypodidae
Unterfamilie: Dasypodinae
Gattung: Langnasengürteltiere (Dasypus)
Art: Neunbinden-Gürteltier
Wissenschaftlicher Name
Dasypus novemcinctus
Linnaeus, 1758

Das Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus) ist eine Art der Langnasengürteltiere, die in Südamerika vorkommt. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Osthang der Anden über weite Teile des nördlichen und mittleren Bereichs des Kontinentes, spart aber den Nordosten aus. Die Tiere besiedeln sehr vielfältige Lebensräum, die hauptsächlich Wälder und teils offene Landschaften umfassen, die aber mehr oder weniger gut durchfeuchtet sein müssen. Sie gelten als äußerst anpassungsfähig, jedoch kommen sie mit sehr trockenen oder kühleren Regionen nicht zurecht. Es handelt sich um einen kleineren bis mittelgroßen Vertreter der Gürteltiere. Der für diese Gruppe typische Rückenpanzer bestehend aus einem festen Schulter- und Beckenschild wird beim Neunbinden-Gürteltier durch acht bis zehn dazwischen liegende bewegliche Bänder gegliedert. Unterschiede zu nahe verwandten Arten finden sich im Bau des Schädels.

Die Tiere leben einzelgängerisch und graben unterirdische Baue. Sie paaren sich einmal im Jahr. Die üblicherweise vier Neugeborenen sind genetisch identisch, was durch Polyembryonie verursacht wird. In der Ernährung ist die Gürteltierart sehr anpassungsfähig und verzehrt hauptsächlich Insekten, vor allem Käfer, Ameisen und Termiten, gelegentlich aber auch kleinere Wirbeltiere. Bedeutend in der Beziehung zum Menschen ist der Umstand, dass das Neunbinden-Gürteltier Erreger der Lepra und der Chagas-Krankheit trägt und deshalb für Forschungszwecke als Labortier verwendet wird. Im Gegensatz zum nahe verwandten Mexikanischen Neunbinden-Gürteltier ist die Lebensweise insgesamt weniger gut erforscht.

Die wissenschaftliche Benennung des Neunbinden-Gürteltiers erfolgte im Jahr 1758. Im Laufe der Forschungsgeschichte wurden der Art mehrere Unterarten zugewiesen, wodurch sie den bekanntesten und weitestverbreiteten Vertreter der Gürteltiere repräsentierte. Das Vorkommen reichte bis in den südlichen und zentralen Bereich Nordamerikas hinein. Genetische und anatomische Untersuchungen in den 2010er Jahren ergaben jedoch, dass es sich hierbei um einen Artenschwarm handelt, der aus vier unterschiedlichen Formen besteht. Im Jahr 2024 wurde daher das Neunbinden-Gürteltier in der erweiterten Auffassung in mehrere eigenständige Arten aufgeteilt. Der Bestand gilt weitgehend als nicht gefährdet.