Militärstraße

Eine Militärstraße oder Heer(es)straße ist eine Straße, die zum Zwecke der schnellen Bewegung von Truppen und Material erbaut wird oder wurde. Die ersten Militärstraßen wurden von den Römern erbaut, die wie keine andere Macht vor ihnen den Straßenbau perfektionierten und dadurch ihre militärische Übermacht schnell an die Kriegsschauplätze verbrachten.

Diese Straßen wurden dann in der Folge von Siedlern und Händlern zur Besiedlung neuer Landstriche benutzt und führten in der Folge auch zu neuen Städtegründungen.

Auch in Germanien gab es Heerstraßen in der Zeit der Anwesenheit römischer Truppen. Südlich des Limes schufen die Römer Straßen, um Truppen schnell verlegen zu können. Diese Straßen sind noch über tausend Jahre nach dem Ende der Römerherrschaft unter der Bezeichnung „römische Heerstraße“ bekannt, so die Straße, welche einst die Römerorte Cannstatt und Pforzheim oder Weil im Dorf (seit 1933 Stuttgart-Weilimdorf) mit Leonberg verband.

Anton Friedrich Büsching nennt 1780 in einer „Topographie des Hochstifts Hildesheim“ zur Lage der beschriebenen Dörfer, Siedlungen, Gehöfte und sonstigen Örtlichkeiten als Lagebeschreibung Begriffe wie Goslarische Heerstraße, Preußische Heerstraße, Hannöversche Heerstraße, Wolfenbüttelsche Heerstraße, Braunschweiger Heerstraße, Hildesheimische Heerstraße oder auch Heerstraße von Hildesheim nach Celle.

  1. Beschreibung des Oberamts Leonberg, J. B. Müllers Verlagshandlung, Stuttgart 1852, Band 30, S. 81 Digitalisat
  2. Anton Friedrich Büsching: Magazin für die neue Historie und Geographie, verlegt von Johann Jacob Curt, Halle 1780, Band 14, S. 329 und weitere Digitalisat