Minnesang

Minnesang (zu Minne, die Verehrung einer meist hochgestellten Frau; von mhd. minne „liebevolles Gedenken“) nennt man die schriftlich überlieferte Form der gesungenen Liebeslyrik, die der westeuropäische Adel etwa von der Mitte des 12. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts pflegte. Adelige aller Stände dichteten diese Liebeslyrik für die höfische Gesellschaft. Vorgetragen wurden die Lieder von Minnesängern, auch Minnesinger genannt, welche nicht zwingend die Dichter selber waren. Die Lieder in der Tradition des provenzalischen fin'amor wurden von Minnesängern musikalisch gespielt und gesungen, die wahre Liebessänger der höflichen deutschen Poesie waren.

  1. Minne – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Beispiele. Abgerufen am 29. September 2025.
  2. Handbuch Minnesang. De Gruyter, 2021, ISBN 978-3-11-035185-9, doi:10.1515/9783110351859.
  3. Pierre Brunel, Histoire de la Littérature française, Bordas, 1972, 380 Seiten, ISBN 2-04-010183-7. Insbesondere Seite 26 über den Einfluss der höflichen Poesie (poésie courtoise). Alles geschieht so, als hätte sich die provenzalische Lyrik von "fin amor" nach Katalonien und Italien verbreitet, aber auch in den weiter westlich gelegenen okzitanischen Raum, in den weiter nördlich gelegenen Frankoprovenzalischen Raum sowie in die Länder der Langues d’oïl oder der germanischen Sprachen.