Modell
Modell (von italienisch modello ‚Muster‘ entlehnt, geht zurück auf lateinisch *modellus, die Suffixvariante zu lateinisch modulus ‚Maß‘) bezeichnet im wissenschaftlichen Sprachgebrauch ein vereinfachtes Realitätsabbild, hat jedoch in der Umgangssprache weitere Bedeutungen.
In der Wissenschaft definiert man ein Modell als die vereinfachte, analoge Darstellung eines Originals, die spezifische Eigenschaften hervorhebt und für einen bestimmten Zweck verwendet wird. Modelle dienen dazu, komplexe Sachverhalte zu erklären, zu analysieren oder vorherzusagen. Sie können sowohl statische Artefakte als auch dynamische Werkzeuge sein, wie Nissen und Thalheim betonen. Modelle werden in Wissenschaft, Technik und Praxis vielfältig eingesetzt.
Weder der abgebildete Gegenstand selbst noch die Nachbildung muss dabei materiell sein, so werden beispielsweise in den Geisteswissenschaften manche Theorien als Modelle betrachtet.
- ↑ Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchges. und erw. Auflage. de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 978-3-11-017473-1, Modell.
- ↑ Ursula Kraif: Duden - das große Fremdwörterbuch: Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4., aktualisierte Auflage. Dudenverl, Mannheim 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, S. 892.
- ↑ C. T. Onions & al., The Oxford Dictionary of English Etymology, Oxford 1966, S. 583.
- 1 2 Peter F. Schlottke: Modell. In: Dorsch Lexikon der Psychologie. Hogrefe, 2021 (hogrefe.com [abgerufen am 13. Juli 2024]).
- ↑ Ivor Nissen, Bernhard Thalheim (2015): „Modelle, Modellieren, Modellierung – eine Kieler Begriffsbestimmung“. In: Ivor Nissen, Bernhard Thalheim (Hrsg.): „Wissenschaft und Kunst der Modellierung. Kieler Zugang zur Definition, Nutzung und Zukunft“. De Gruyter, Berlin, Boston, S. 29–36.