Mohammed Hamdan Daglo

Generalleutnant Mohammed Hamdan Daglo (arabisch محمد حمدان دقلو; * 1974 oder 1975; genannt unter anderem Hemeti, Hamitti, Hemitti oder Hemitte, arabisch حميدتي) ist ein sudanesischer Warlord und Kriegsverbrecher, der seit dem 13. April 2019 stellvertretender Präsident des herrschenden Militärrates unter Abdel Fattah Burhan war. Daglo befehligt die Rapid Support Forces (RSF), eine paramilitärische Truppe, die Rebellen der sudanesischen Minderheiten in Darfur, am Blauen Nil und in den Nuba-Bergen bekämpft hat. Die RSF war Nachfolger der Dschandschawid-Milizen, die beide Kriegsverbrechen in großem Umfang begangen haben und u. a. für die Auflösung eines Protestlagers mit über 100 Toten am 3. Juni 2019 verantwortlich gemacht werden. Zuvor führte er eine Dschandschawid-Miliz im Darfur-Konflikt an.

Daglo erhält Unterstützung und unterhält Verbindung nach Saudi-Arabien und zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bis zu 30.000 Söldner seiner RSF kämpften an der Seite der beiden Verbündeten gegen die Huthi im Jemenkrieg. Ab dem 15. April 2023 setzt er seine RSF für einen Putschversuch gegen die Militärregierung des Sudan ein; seitdem herrscht offener Krieg.

  1. Reuters: Sudanese militia commander waits in wings after Bashir ousted. theeastafrican.co.ke vom 23. April 2019 (englisch), abgerufen am 15. Juni 2019
  2. Dominic Johnson: Sudans Opposition will an die Macht. taz.de vom 14. April 2019, abgerufen am 20. April 2019
  3. 1 2 Austin Bodetti: Hemeti’s patrons in the Gulf. 3. Juli 2019, abgerufen am 17. April 2023 (amerikanisches Englisch).
  4. Fritz Schaap: (S+) Krieg im Sudan: Wie General Hemeti vom Kamelhändler zum Kriegsverbrecher wurde. In: Der Spiegel. 17. April 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. April 2023]).