Mondseer Fragmente

Die Mondseer Fragmente (oder Monseer Fragmente, früher auch Wiener Fragmente) sind eine Sammlung christlicher Schriften, die aus dem Westen des Frankenreiches stammen und im frühen 9. Jahrhundert im Kloster Mondsee ins Althochdeutsche (Altbairische) übertragen wurden. Das darin enthaltene Matthäusevangelium stellt die älteste erhaltene Übersetzung eines Bibelteils in ein althochdeutsches Idiom dar. Ferner ist darin die Übersetzung einer Schrift von Isidor von Sevilla enthalten, die für die Altgermanistik besonders wichtig ist, da es noch zwei ähnliche Schriften aus anderen Sprachregionen gibt. Trotz ihrer historischen und linguistischen Bedeutung sind die Mondseer Fragmente bis heute nicht abschließend erforscht und bleiben zumindest vorerst eines der ungelösten Rätsel der Germanistik.

Die Bezeichnung „Monseer Fragmente“ geht auf die alte Schreibweise des Ortsnamens zurück. „Schriftlich taucht der Name erstmals im Jahr der Klostergründung 748 auf, und zwar als Maninseo und lateinisch als Lunaelacus (luna der Mond, lacus der See). In den Jahrhunderten veränderte sich der Name in Form und Schreibweise zu: Maense, Meinse, Maninse, Moninsee, Moensee, Mannsee, Monnsee, Mansee und schließlich Mondsee“; so wurde der Name 1854 von Jacob und Wilhelm Grimm in die Germanistik eingeführt. Teilweise wird diese Schreibweise auch noch heute in der germanistischen Sekundärliteratur verwendet.

  1. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (Retrodigitalisierung der Uni Trier).