Morgenglanz der Ewigkeit
Morgenglanz der Ewigkeit ist ein Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert. Der Text der ursprünglich 7 Strophen stammt von Christian Knorr von Rosenroth (1636–1689) und wurde 1684 noch zu einer ersten, heute nicht mehr gebräuchlichen Melodie für Hausandachten verfasst. Angeregt war er von einem Gedicht von Martin Opitz (1597–1639) mit dem Titel O Licht, geboren aus dem Lichte. Durchgesetzt hat sich heute eine zweite Melodie aus dem Halle-Liederbuch von 1704 nach einer Arie aus dem Jahre 1662 von Johann Rudolph Ahle (1625–1673). Diese Arie trug den Titel Seelchen, was ist Schöneres wohl. Im Geist-reichen Gesangbuch alter und neuer Lieder von Johann Anastasius Freylinghausen (Halle/Saale 1710), in dem viele evangelische Kirchenlieder zum ersten Mal mit der heute bekannten Melodie zu finden sind, war auch Morgenglanz der Ewigkeit abgedruckt.
Das Lied fand rasch Eingang in evangelische Gottesdienste, während es in katholischen Gemeinden erst um 1930 stärkere Verbreitung fand. In beiden Konfessionen wird es auch als Christus- und Morgenlied gesungen. Im Evangelischen Gesangbuch ist es als Nr. 450 im Bereich „Morgenlieder“ zu finden, im Evangelisch-Lutherischen Kirchengesangbuch² der SELK als Nr. 693.
- ↑ Joachim Stalmann, Johannes Heinrich (Hrsg.): Liederkunde. Handbuch zum Evangelischen Kirchengesangbuch, Teil II. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1990, ISBN 3-525-50306-7, S. 438–439.
- ↑ Johannes Schilling, Brinja Bauer: Singt dem Herrn ein neues Lied. 500 Jahre Evangelisches Gesangbuch. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig / Carus, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-374-07415-0, S. 145.