Mutesarriflik Jerusalem
Das Mutesarriflik Jerusalem (türkisch Kudüs-i Şerif Mutasarrıflığı; arabisch متصرفية القدس الشريف), auch bekannt als das Sandschak von Jerusalem, war ein osmanischer Bezirk mit besonderem Verwaltungsstatus, der 1841 begründet und 1872 erweitert wurde. Der Bezirk (Sandschak) bestand seit der osmanischen Eroberung der Levante 1517 und umfasste Jerusalem (Kudüs) sowie die anderen Hauptorte Gaza, Jaffa, Hebron, Bethlehem und Beʾer Scheva.
Der politische Status des Mutesarriflik Jerusalem war einzigartig im Vergleich zu anderen osmanischen Provinzen, da es unter die Direktherrschaft der Hohen Pforte in Konstantinopel, Hauptstadt des Osmanischen Reiches stand. Die Einwohner identifizierten sich selbst vor allem entsprechend religiöser Kriterien. Die Dörfer des Bezirks waren in der Regel von Bauern bewohnt, während die Stadtbevölkerung aus Kaufleuten, Händlern, Handwerkern, Landbesitzern und Geldverleihern bestand. Die Elite bestand aus der religiösen Würdenträgerschaft, wohlhabenden Landeignern und hochrangigen Zivilbeamten.
Das Mutasseriflik hatte eine Fläche von rund 20.000 km², 1897 eine Bevölkerungszahl von 298.653, 1914 rund 400.000.
- ↑ Johann Büssow: Hamidian Palestine: Politics and Society in the District of Jerusalem 1872–1908. BRILL, 2011, ISBN 978-90-04-20569-7, S. 5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. Mai 2013]).
- ↑ Ilan Pappeh: The Israel – Palestine Question. Routledge, 1999, ISBN 0-415-16948-8, S. 36 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. Mai 2013]).
- 1 2 Jankowski, 1997, S. 174.
- ↑ Beshara, 2012, Part 1.
- 1 2
- ↑ Servet Mutlu: Late Ottoman population and its ethnic distribution. In: Nüfusbilim Dergisi\Turkish Journal of Population Studies. Band 25, S. 3–38, hier: S. 29–31 (archive.org [PDF; 332 kB; abgerufen am 3. November 2022]). Corrected population for Mortality Level=8.
- ↑ Gād G. Gîlbar (Hrsg.): Ottoman Palestine, 1800–1914. Studies in Economic and Social History Brill Archive, 1990, ISBN 90-04-07785-5, S. 63.