Mykoviren
Als Mykoviren (altgriechisch μύκης mykes: Pilz) bezeichnet man jene Viren, die verschiedene Pilze und Hefen zum Wirt haben. In der nicht-taxonomischen Gruppe der Mykoviren finden sich Virusarten aus bislang neun sehr verschiedenen Virusfamilien (Barnaviridae, Chrysoviridae, Hypoviridae, Metaviridae, Narnaviridae, Partitiviridae, Pseudoviridae, Reoviridae und Totiviridae) und der nicht klassifizierten Gattung Rhizidiovirus (mit Spezies Rhizidiomyces virus).
Die in Sporen und Hyphen nachweisbaren Mykoviren verursachen überwiegend keine Erkrankung bei Pilzen (Hypovirulenz) und verbreiten sich fast ausschließlich durch Zellteilung der Wirtszelle (vertikale Übertragung) oder Zellfusion. Ein außerhalb der Zelle stattfindender Infektionszyklus fehlt bei den meisten Mykoviren, auch existieren zum Teil keine extrazellulären Virionen. Man findet im Zytoplasma der Pilzzelle lediglich virusähnliche Partikel (Virus-like particles, VLPs) als Zeichen einer Infektion. Aufgrund dieser Eigenschaften der Hypovirulenz und dem Fehlen von Viruspartikeln außerhalb der Zelle werden die Mykoviren auch als Kryptoviren (gr. κρύπτος: verborgen) bezeichnet.
- ↑ SIB: Narnaviridae, auf: ViralZone
- ↑ SIB: Rhizidiovirus, auf: ViralZone
- ↑ ICTV: ICTV Taxonomy history: Rhizidiomyces virus, Plenary session vote 12 August 1987 in Edmonton (MSL #10)