Nebelkatalog
Als Nebelkatalog wird in der Astronomie ein systematisches Verzeichnis nebelhaft erscheinender Objekte wie Gasnebel, sehr dichte Sternhaufen oder Galaxien bezeichnet. Ein solcher Katalog kann sich
- über einen größeren Teil des Himmels erstrecken, z. B. seine Nord- oder Südhälfte,
- über ein Sternentstehungsgebiet oder einen Galaxienhaufen
- oder nur Objekte bis zu einer gewissen Helligkeit erfassen.
Anfangs wurde die Beobachtung von Nebel oder Nebelsternen per Brief an wissenschaftliche Einrichtungen mitgeteilt; frühe Nebelkataloge wie De systemate orbis cometici, deque admirandis coeli characteribus mit etwa 40 Einträgen von Giovanni Battista Hodierna aus dem Jahr 1654 fanden wenig Verbreitung.
Viele der freiäugig als flächenhaft gesehene Objekte entpuppten sich als enge Ansammlung von Sternen, während andere auch im Teleskop flächenhaft blieben und bis etwa 1900 als Nebelflecke bezeichnet wurden. In mehreren Eigennamen von Galaxien, die früher Spiralnebel genannt wurden, blieb das Wort erhalten, z. B. im Andromedanebel (Galaxie M 31) oder im Dreiecksnebel M 33.
Heute wird der Begriff Nebel hauptsächlich für interstellare Gas- und Staubwolken verwendet, die entweder hell oder als Dunkelnebel erscheinen.
Das erste systematische Verzeichnis nebeliger Himmelsobjekte ist der von Charles Messier 1774 erstellte Messier-Katalog. Ein weiteres wichtiges Verzeichnis ist der New General Catalogue (NGC) von Johan Dreyer (1888). Beide enthalten neben Gas- und Staubnebeln auch Galaxien und Sternhaufen und werden heute noch vielfach verwendet.
- ↑ Kenneth Glyn Jones: The Search for the Nebulae-I*. In: Journal of the British Astronomical Association. Band 78, 1968, S. 256–267, bibcode:1968JBAA...78..256J.
Simon Schaffer: The Search for the Nebulae by Kenneth Glyn Jones. In: History of Science. Band 15, 1977, S. 152–153, bibcode:1977HisSc..15..152S.