Netzzugang

Ein Netzzugang (englisch open access, third party access) ist der Zutritt eines Wirtschaftssubjekts zu einem Netzwerk. Infrastruktur-Netzwerke wie Versorgungs-, Verkehrs-, Rechner- und Telekommunikationsnetze sind unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass sie ein System von Netzteilnehmern bilden, die im Netz ein bestimmtes Wirtschaftsobjekt (wie Strom im Stromnetz, Verkehrsleistung im Schienennetz, Informationen im Telefonnetz) austauschen. Netzteilnehmer sind die Netzbetreiber (Mobilfunkgesellschaften, Stromnetzbetreiber, Telekommunikationsnetzbetreiber, Übertragungsnetzbetreiber oder Verteilnetzbetreiber) und die Netznutzer (Kunden). Die Netzteilnehmer müssen nicht gegenseitig bekannt sein, und der Netzzugang kann lediglich davon abhängig sein, dass die Netzteilnehmer am Netzverkehr technisch mitwirken können (Fahrzeuge im Straßennetz, Smartphones im Mobilfunknetz). Die Gewährung eines Netzzugangs kann einerseits freiwillig durch Verhandlungen zwischen Netzeigentümer und Netznutzer erfolgen, andererseits durch staatliche Institutionen angeordnet oder vorgeschrieben werden (verpflichtender Netzzugang).

Beispiel Briefbeförderung

Bei der Beförderung von Briefen vom Absender zum Postempfänger wird das Briefbeförderungsnetz der Post benutzt, das der „Rationalisierung der Distanzüberwindung“ durch Ortsveränderung dient. Der Absender erhält Netzzugang durch die Verwendung von Briefumschlägen, die er mit ausreichendem Briefporto zu versehen hat und in den Briefkasten einwerfen oder am Postschalter abgeben muss. Danach beginnt das eigentliche Briefbeförderungsnetz, durch das der Brief vom Briefträger an den auf dem Brief als Adresse erwähnten Empfänger durch Einwurf in dessen Briefkasten oder Postfach ausgeliefert wird. Den Zugang zum Postnetz regelt der Netzbetreiber durch Allgemeine Geschäftsbedingungen. Hierdurch verbessert er die Netzeffizienz.

  1. Benjamin Rasch, Wettbewerb durch Netzzugang?, 2009, S. 78 f.
  2. Carl Christian von Weizsäcker, Wettbewerb in Netzen, in: Wirtschaft und Wettbewerb, 1997, S. 572
  3. Benjamin Rasch, Wettbewerb durch Netzzugang?, 2009, S. 267