Niccolò Tron

Niccolò Tron, auch Niccolò Troncone oder Niccolò Trono (* zwischen 1396 und 1399 vielleicht in Venedig; † 28. Juli 1473 ebenda) war von seiner Wahl am 23. November 1471 bis zu seinem Tod, folgt man der staatlich kontrollierten Geschichtsschreibung der Republik Venedig, ihr 68. Doge.

Er absolvierte nicht die übliche Ämterlaufbahn, sondern kam auf Rhodos, wo er 15 Jahre lebte, zu erheblichem Vermögen, dann auf Fernhandelsreisen zwischen dem Maghreb und der Krim. Erst mit 50 begann sein Aufstieg in der Ämterhierarchie, vor allem in die höchsten Ratsgremien. Hohes Prestige erlangte er durch die Siege der von ihm geführten Flotten gegen die Osmanen, noch mehr, als sein Sohn im Kampf um die Insel Negroponte ums Leben kam, die zweitgrößte Insel der Ägäis.

Seine Wahl zum Dogen erfolgte trotz des Vorwurfs, auf Rhodos Wucher getrieben zu haben. In seiner kurzen Amtszeit wurde der Erwerb Zyperns vorbereitet. Seine Bündnispolitik gegen die Osmanen blieb jedoch ohne Wirkung. Es kam zu Auseinandersetzungen mit dem Papst. Unter ihm begann der Ausbau des Arsenals, auch reformierte er das Münzwesen. Nach einem Versuch der Ämterhäufung in der Hand der Familie wurde die Verleihung solcher Machtpositionen an die Söhne des jeweiligen Dogen strikt untersagt.

  1. Evelyn Korsch: Bilder der Macht. Venezianische Repräsentationsstrategien beim Staatsbesuch Heinrichs III. (1574), Akademie Verlag, Berlin 2013, S. 41, Anm. 49.