Niederrheinisch

Niederrheinisch ist ein weitumfassender Sammelbegriff für die Mundarten des Niederrheins. Mit Niederrheinisch (oder niederrheinischem Platt) werden daher die in der Gegend um Düsseldorf ursprünglich gesprochenen niederfränkischen Dialekte bezeichnet, Kleverländisch und Südniederfränkisch. Diese historischen Dialekte werden von den modernen hochdeutschen Regiolekten unterschieden. Letztere werden als „niederrheinisches Deutsch“ bezeichnet.

„Die Benrather Linie trennt den niederfränkischen vom mittelfränkischen Sprachraum“ Die am Niederrhein gesprochenen Mundarten wurden aber nicht verdrängt und werden (wie die niederländische Sprache und ihre Mundarten) zum Niederfränkischen eingeteilt.

Die nördlichen Dialekte werden, obwohl sie Standarddeutsch als Dachsprache benutzen, auch von deutschen Sprachforschern zum Niederländischen gerechnet. Die Mundart ist im Süden durch die Benrather Linie begrenzt, die die Ausbreitung der hochdeutschen Lautverschiebung kennzeichnet. Nördlich dieser Linie sagen der Mundart treugebliebene Einheimische maken statt machen. Südlich der Benrather Linie folgt das ripuarische Sprachgebiet; dort heißt es maache statt machen. Darin zeigt sich eine etwas größere Nähe zu südlicheren Dialekten, dem Ripuarischen und auch zur hochdeutschen Standardsprache.

Es gibt Bedenken, ob diese Dialekte unter niederrheinisch zusammengefasst werden können.

  1. Georg Cornelissen: Meine Oma spricht noch Platt: Wo bleibt der Dialekt im Rheinland? Greven Verlag, Köln, Kapitel Benrather Linie: Die „fränkischen“ Dialekte am Rhein und ihre Gliederung. S. 40–41 (einschließlich Karte mit „Ostbergisch“)
  2. Theodor Frings, Gotthard Lechner: Niederländisch und Niederdeutsch. Berlin 1966, S. 21 ff.