Onychophagie

Klassifikation nach ICD-10
F98.8 Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F98.88 Nägelkauen
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
6B25.Y Sonstige näher bezeichnete körperbezogene repetitive Verhaltensstörungen
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Als Onychophagie bezeichnet man das Kauen oder Auf(fr)essen der Finger- und/oder Fußnägel, Krallen oder Klauen bei Menschen oder Tieren. Andere Begriffe dafür sind Fingernagelkauen, Nagelkauen, Nägelkauen, Nägelbeißen.

Beim Menschen fallen die schwereren Formen unter den Begriff „Selbstbeschädigung“ bzw. autoaggressives Verhalten, wobei die leichteren, auf Nervosität beruhenden Formen nicht unbedingt zu den Selbstverletzungen gezählt werden. Als Ursachen gelten Stress, Nervosität, Verhaltensstörungen oder nägelkauende Vorbilder. In geschädigten Bereichen ist beim Menschen die Ausbreitung von vulgären Warzen begünstigt. Häufig ist das sich selbst Beißen, mit einem Bekauen der umgebenden Haut (Perionychophagie bzw. Dermatophagia) verbunden. Vorhandene Folgen der Onychophagie wie chronische Nagelbettentzündungen oder Nagelwuchsstörungen bedürfen bei Mensch und Tier einer angepassten, meist lokalen Therapie.

Exzessives Nägelkauen gilt als Zwangspektrumstörung und kann diagnostisch als Impulskontrollstörung eingeordnet werden.

  1. Kirsten R. Müller-Vahl: Tourette-Syndrom und andere Tic-Störungen. 3. Auflage. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2024, ISBN 978-3-95466-793-2, S. 94.
  2. M. H. Beers u. a: Das MSD Manual der Diagnostik und Therapie. Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2007, ISBN 978-3-437-21761-6, S. 1217, books.google.de.