Palästina (Region)

Als Palästina (von altgriechisch Παλαιστίνη Palaistínē, „Philisterland“; arabisch: Falasṭīn oder Filasṭīn (فلسطين), hebräisch: Palästina (פַּלֶשְׂתִינָה)) wird ein historischer Landstrich in der südöstlichen Levante zwischen der Mittelmeerküste und dem Jordangraben bezeichnet, der heute zu Israel und den von der Palästinensischen Autonomiebehörde beanspruchten Gebieten im Westjordanland und im Gazastreifen gehört.

In verschiedenen historischen Kontexten trägt Palästina andere Namen, etwa Land Kanaan in der hebräischen Bibel und Gelobtes oder Heiliges Land in der jüdischen und christlichen Tradition. In altägyptischen Texten wird es als Retenu, aber auch bereits als Kanaan bezeichnet. Für das Judentum, die Samaritaner, das Christentum und den Islam besitzt es eine besondere geschichtliche und religiöse Bedeutung. Das Königreich Israel, das in Kanaan entsteht, und die Stadtstaaten der Philister (hebräisch Peleschet nach ägyptisch Peleset), auf deren Name die spätere griechisch-lateinische Bezeichnung des Landstrichs zurückgeht, waren einige der in Kanaan gebildeten Kleinstaaten – neben den phönizischen Stadtstaaten im Norden (oft, aber nicht immer werden das Libanongebirge und die ihm vorgelagerte Küste zu Kanaan gerechnet), Juda um Jerusalem, Ammon östlich davon, Moab und Edom im Süden. Die rabbinische Tradition prägte die jüngere hebräische Bezeichnung Eretz Israel, also Land Israels (im Sinne von: Land der Israeliten), die heute im Hebräischen neben Palästina die üblichste Bezeichnung ist. In der arabischen Tradition war Palästina ein Teil von Bilad al-Scham (Großsyrien), das die gesamte Levante umfasste und dessen Zentrum Damaskus war; diese Vorstellung ist seit der Teilung der Levante in die Territorien der heute bestehenden Staaten im Lauf des 20. Jahrhunderts verblasst.

Neben der Bezeichnung Palästina bürgert sich im deutschen Sprachgebrauch seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert die hebräische Bezeichnung Eretz Israel ein, die den politischen Anspruch des jüdischen Staates Israel oder des jüdischen Volkes auf das Gebiet Palästinas bekräftigen soll, während Palästina im Zuge der Anerkennung des Rechts der arabischen Bevölkerung Palästinas auf politische Selbstbestimmung seit den 1960er Jahren zunehmend allein oder vor allem mit den Arabern Palästinas assoziiert wird. Beide Begriffe beziehen sich auf dasselbe Gebiet und stehen unter dem Eindruck des Nahostkonflikts in Konkurrenz zueinander.

Das Adjektiv zu Palästina ist palästinisch (in älteren Quellen) und palästinensisch (im modernen Sprachgebrauch). Unter Palästinensern versteht man heute in der Regel nur noch die Araber Palästinas. Das Adjektiv palästinensisch bezieht sich in ethnografischer und politischer Hinsicht meist auf sie, während es in geografischer Hinsicht eine weiter gefasste Bedeutung haben kann. Die jüdischen Bewohner des Landes werden in der Fremd- und Selbstbezeichnung gemeinhin nicht als Palästinenser, sondern als Juden oder Israelis oder aber als jüdische Israelis (im Unterschied zu den arabischen israelischen Staatsbürgern) bezeichnet.

  1. palästinensisch ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden. Abgerufen am 27. August 2025.