Peitscheneffekt (Supply-Chain-Management)
Der Ausdruck Peitscheneffekt (engl. bullwhip effect, whiplash effect) bezeichnet das Phänomen, dass Bestellungen beim Lieferanten zu größeren Schwankungen neigen als Verkäufe an den Kunden und damit von der Nachfrage abweichen und dass diese Abweichung sich in vorgelagerte Richtung der Lieferkette aufschaukelt, sich die Schwankung also zum Ursprung der Lieferkette hin vergrößert. Der Begriff verweist auf den gleichnamigen Effekt beim Schlagen einer Peitsche. Eine relativ kleine Bewegung des Handgelenks verstärkt sich zunehmend in einem Wellenmuster zu einer ausladenden Schwingung der Peitschenschnur. Der Effekt spielt im Supply-Chain-Management im Rahmen des Risikomanagements eine zentrale Rolle, da er die Notwendigkeit zu Integration und Koordination entlang der Lieferkette vor Augen führt.
- ↑ Hau L. Lee u. a.: Information Distortion in a Supply Chain : The Bullwhip Effect ( vom 13. Mai 2013 im Internet Archive). (PDF; 991 kB). In: Management Science. 43, 4, 1997, S. 546–558. Im Original: “phenomenon where orders to the supplier tend to have larger variance than sales to the buyer (i.e. demand distortion), and the distortion propagates upstream in an amplified form (i. e., variance amplification)”.