Phänotyp
Der Phänotyp (von altgriechisch φαίνω phaíno „ich erscheine“ und τύπος týpos „Gestalt“) oder das Erscheinungsbild ist in der Genetik die Menge aller Merkmale eines Organismus. Er bezieht sich nicht nur auf morphologische, sondern auch auf physiologische Eigenschaften und ggfs. auf Verhaltensmerkmale. In der Vererbungslehre wurde der Begriff Phaenotypus erstmals von Wilhelm L. Johannsen aufgestellt.
Phänotypen und phänotypische Variationen werden durch das Zusammenwirken von Erbanlagen und Umweltfaktoren (Modifikation) bestimmt. Inwieweit der Phänotyp durch Umwelteinflüsse beeinflussbar ist, hängt von der Reaktionsnorm ab. Diese Möglichkeit, auf Umwelteinflüsse zu reagieren, ist durch den Genotyp genetisch festgelegt. Verfahren, mit denen Rückschlüsse vom Erbgut, d. h. der individuellen Desoxyribonukleinsäure (DNA), auf den Phänotyp eines Individuums geschlossen werden, werden DNA-Phänotypisierung genannt.
- ↑ Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 55.
- ↑ Elisabeth Günther: Grundriß der Genetik. Gustav Fischer, Stuttgart 1971, S. 435.
- ↑ M. Kayser: Forensic DNA Phenotyping: Predicting human appearance from crime scene material for investigative purposes. In: Forensic science international. Genetics. Band 18, September 2015, S. 33–48, doi:10.1016/j.fsigen.2015.02.003, PMID 25716572 (Review).
- ↑ Saya Bausch: DNA-Phänotypisierung - So wird die erweiterte DNA-Analyse eingesetzt, SRF Schweizer Radio und Fernsehen, 04. August 2023.