Pharisäer
Die Pharisäer (hebr. פְּרוּשִׁים peruschim ‚Abgesonderte‘, lat. Pharisaeī, griechisch Φαρισαῖοι Pharisaîoi) waren eine theologische, philosophische und politische Schule im antiken Judentum. Sie bestanden in der Zeit des zweiten Jerusalemer Tempels und wurden nach dessen Zerstörung 70 n. Chr. als treibende Kraft im rabbinischen Judentum die einzige bedeutende überlebende jüdische Strömung. Vielfach werden sie auch als „Schriftgelehrte“ (hebräisch סוֹפְרִים soferim, deutsch ‚Schreiber‘ oder eben ‚Schriftgelehrte‘) bezeichnet. Ihre spirituellen Führer wurden als Chachamim (Singular Chacham, hebräisch חֲכָמִים „Weiser“) bezeichnet. Sie waren nicht nur Experten in der Halacha (hebräisch הֲלָכָה), dem rechtlichen Teil der Überlieferung des jüdischen Glaubens, sondern auch Prediger.
Im Neuen Testament werden Vertreter der Pharisäer teilweise als „Heuchler“ dargestellt, so etwa in Mt 23 , Mk 7 und Mk 13 sowie Lk 37 und Lk 9 . Die Hintergründe dieser Polemik sind im Abschnitt „Pharisäer und Christentum“ weiter unten ausgeführt.
- ↑ Hyam Maccoby: Der Mythenschmied. Paulus und die Erfindung des Christentums. Übers. und hrsg. von Fritz Erik Hoevels, Ahriman-Verlag, Freiburg 2007, ISBN 978-3-89484-605-3, S. 34
- ↑ Hyam Maccoby: Der Mythenschmied. Paulus und die Erfindung des Christentums. Übers. und hrsg. von Fritz Erik Hoevels, Ahriman-Verlag, Freiburg 2007, ISBN 978-3-89484-605-3, S. 24
- ↑ Thomas Söding: Jesus im Judentum seiner Zeit. Neutestamentliche Vorlesung im Sommersemester 2014, Katholisch-Theologische Fakultät Ruhr-Universität Bochum, S. 21–22 (kath.ruhr-uni-bochum.de).