Pingo-Ruine
Mit dem Begriff Pingo-Ruine (oder auch fossiler Pingo) wird der Überrest eines kollabierten Pingo bezeichnet. Die Bezeichnung Pingo stammt aus dem Inuit und bedeutet „Hügel“ oder „schwangere Frau“. Das Schmelzen des Eiskerns führt dazu, dass sich der zuvor gegenüber der Umgebung erhöht liegende Pingo zu einer kreisrunden bis leicht ovalen Bodenvertiefung umformt, die von einem mehr oder minder großen Erdwall umgeben ist. Der Wall kann allerdings durch Erosion abgetragen werden oder in die Mulde absinken. In diesen Mulden lagern sich organische Stoffe und durch Wind oder Grundwasser eingetragene mineralische Stoffe ab. Abhängig vom weiter steigenden Grundwasserspiegel bildet sich dann in der Hohlform ein Moor, wobei je nach dem Nährstoffgehalt alle verschiedenen Formen von Mooren auftreten können.
- ↑ Eike Rachor: Pingos, besondere Bildungen in Permafrostgebieten und ihre Spuren in Norddeutschland. uni-hamburg.de, archiviert vom am 16. Oktober 2018; abgerufen am 1. Mai 2021 (deutsch).
- ↑ R. C. Flemal: Pingos and pingo scars: Their characteristics, distribution, and utility in reconstructing former permafrost environments (PDF). Auf: kundoc.com, Quaternary Research 6(1), S. 37–53, 1976 (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2018