Politische Ökonomie
Politische Ökonomie (von den griechischen Wörtern politeia „Staat, gesellschaftliche Ordnung“, oikos „Haus, Hauswirtschaft“ und nomos „Gesetz“) war im 19. Jahrhundert die gebräuchlichste Bezeichnung für Wirtschaftswissenschaft, Nationalökonomie oder Volkswirtschaftslehre.
Die Politische Ökonomie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und politischer Macht, insbesondere wie Institutionen, Interessen und Ideologien ökonomische Prozesse strukturieren. Im weitesten Sinne versteht sich Politische Ökonomie heute als wissenschaftliche Untersuchung wirtschaftlicher Phänomene aus interdisziplinärer Perspektive. Seit den 1990er Jahren befasst sich dieses interdisziplinäre Forschungsfeld mit einer Vielzahl von politisch-ökonomischen Prozessen, in denen Macht, Herrschaft, Kooperation, Konflikt und Kultur auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen sowie Spielregeln und Institutionen eine zentrale Rolle spielen.
Insbesondere die zweimalige Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA hat seit 2017 komplexe Wechselwirkungen zwischen internationalen Wirtschaftsbeziehungen, Geopolitik, Demokratie und Kultur hervorgebracht, die das Interesse an Fragen der Politischen Ökonomie sowohl in der akademischen Forschung als auch in öffentlichen Debatten gesteigert haben.
- ↑ Christian May, Daniel Mertens, Andreas Nelke, Michael Schedelik: Politische Ökonomie: Vergleichend – International – Historisch. Springer VS, 2023, ISBN 978-3-658-39866-8, S. 4.
- ↑ Pablo Peyrolón: Institutionen und politische Ökonomie. Spielregeln und ökonomische Entwicklung. Springer Gabler, 2021, ISBN 978-3-658-31783-6.
- ↑ James K. Galbraith: The Political Economy of Trumpism. The Nation, 15. Januar 2025, abgerufen am 24. Mai 2025 (englisch).