Polizeioberwachtmeister
Polizeioberwachtmeister (Abkürzung POW) ist in der bayerischen Polizei die Dienstbezeichnung eines Anwärters der 2. Qualifikationsebene (QE) oder 3. QE. In den übrigen deutschen Bundesländern existiert das Amt des Polizeioberwachtmeisters nicht mehr, dort werden Anwärter erst nach Abschluss der Gesamtausbildung befördert, entweder zum Polizeimeister oder zum Polizeikommissar.
In Bayern werden angehende Polizisten, nach Absolvierung der ersten Ausbildungsstufe, vom Polizeimeisteranwärter/Polizeikommissaranwärter zum Polizeioberwachtmeister befördert. Polizeioberwachtmeister stehen im Vorbereitungsdienst (Ausbildung bzw. Studium) und beziehen Besoldungsgruppe A 5 (analog bspw. dem Dienstgrad Unteroffizier/Maat der Bundeswehr). Polizeioberwachtmeister sind in der 2. Qualifikationsebene Beamte auf Probe, in der 3. Qualifikationsebene bleiben sie bis zum Abschluss des Praktikums 2 Beamte auf Widerruf. Nach bestandener Qualifikationsprüfung erfolgt in der 2. QE die Beförderung zum Polizeimeister (Besoldungsgruppe A 7), in der 3. QE aber jene zum Polizeikommissar (Besoldungsgruppe A 9). Ein Polizeioberwachtmeister besitzt sämtliche Rechte und Pflichten eines Polizeivollzugsbeamten. Eine Einschränkung ist jedoch, dass er noch keine Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft ist, er darf also z. B. noch keine Wohnungsdurchsuchungen bei Gefahr im Verzug anordnen.
Die Ausbildung findet bei der Bereitschaftspolizei statt, das Studium an einer Fachhochschule der Polizei. Während des 3. Ausbildungsabschnittes absolvieren die Beamten der 2. QE ein Praktikum von einem Monat bei der Schutzpolizei; während des 4. Ausbildungsabschnittes (ehemals 2. Ausbildungsstufe, entspricht dem 2. Jahr der Ausbildung) absolvieren die Beamten ein Praktikum von insgesamt 3 Monaten bei der Schutzpolizei. Ähnliche Praktika gibt es auch für den gehobenen Dienst. Die Tätigkeit eines Polizeioberwachtmisters beschränkt sich somit in der Regel auf den Dienst an einem Standort der Bereitschaftspolizei, wo er die Befähigung zur Qualifikationsprüfung der 2. bzw. 3. QE des Polizeivollzugsdienstes erlangen soll. Allerdings kann ein POW auch zu geschlossenen Einsätzen der Bereitschaftspolizei herangezogen werden und agiert dann als Polizist, genauso wie bei den berufsvorbereitenden Praktika.
Das Dienstgradabzeichen besteht aus einer dunkelblauen Schulterklappe mit einem hellblauen Stern. Für Beamte der 3. QE besteht das Dienstgradabzeichen aus einer dunkelblauen Schulterklappe mit einer silbernen Litze/Streife. Für die Wasserschutzpolizei gibt es keine Abzeichen, da sie nicht ausbildet.
- Schulterklappen
- POW, 3. QE
(Pol.-Kommissaranwärter) - POW, 2. QE
(Pol.-Meisteranwärter) - POW, „Oestergaard-Unif.“, optionales Abzeichen 1976–1993/94
- ↑ www.polizei.bayern.de: „Die Amtsbezeichnungen / Dienstgradabzeichen der Bayerischen Polizei“ ( des vom 28. April 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 15. März 2021.