Präfation
Die Präfation (lat. praefatio, von fari/for ‚sprechen, sagen‘; praefatio ‚Eingangsworte, Vorformel‘) ist Teil der römisch-katholischen, altkatholischen, orthodoxen, anglikanischen und lutherischen Liturgie der heiligen Messe, der Göttlichen Liturgie und des Abendmahlsgottesdienstes. Die Präfation eröffnet das eucharistische Hochgebet (in der Göttlichen Liturgie Αναφορά Anaphora, „Erhebung“, genannt).
Das Wort Präfation darf nicht im Sinne von „Vorrede“ übersetzt und verstanden werden. Die lateinische Vorsilbe prae (= vor) ist hier räumlich (und nicht zeitlich) zu verstehen: Der Priester verherrlicht vor Gott und der Gemeinde „Gott, den Vater, und sagt ihm Dank für das gesamte Heilswerk oder für eine bestimmte Heilstat, je nach Tag, Fest oder Zeit.“ (Grundordnung des Römischen Messbuchs, Nr. 79)
In der lateinischen Kirche und den lutherischen Kirchen gehört die Präfation zum Proprium Missae, den veränderlichen Teilen der Liturgie. Sie variiert je nach Festen und Festzeiten und wird gesungen oder gesprochen. Das Hochgebet gehört zu den sogenannten Amtsgebeten, die immer vom Hauptzelebranten der Messfeier vorgetragen werden, der dazu die Orantenhaltung einnimmt.
Präfationen sind auch Bestandteil von Weihehandlungen des Pontifikales, zum Beispiel der Kirchweihe. Auch der zweite Teil des Exsultet in der Feier der Osternacht ist nach Art einer Präfation gestaltet.
- ↑ Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Darmstadt 1985 (= Ausführliches lateinisch-deutsches und deutsch-lateinisches Handwörterbuch, lateinisch-deutscher Teil. Bd. 2, 8. Auflage. Leipzig 1913; Neudruck 2013), Sp. 3780.
- ↑ Adolf Adam, Winfried Haunerland: Grundriss Liturgie. 11. Auflage. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2018, ISBN 3-451-28413-8, S. 241.