Proteste in der Türkei 2025

Proteste in der Türkei 2025


Proteste vor der Stadtverwaltung in Istanbul
Dauerseit dem 19. März 2025
OrtTürkei, landesweit, ausgehend von Istanbul
Auslöser
Ziele
  • Rücktritt von Präsident Erdogan und der AKP-Regierung
  • Freilassung von Ekrem İmamoğlu
  • Meinungsfreiheit, bürgerliche Rechte und soziale Gerechtigkeit|- style="vertical-align:top"
Auswirkungen
  • 1.879 Verhaftungen
  • 260 Inhaftierungen
  • Verlängerung der Ferien um neun Tage auf Anweisung der Regierung
Organisationen innerhalb der Konfliktparteien
Oppositionelle politische Parteien 67. Regierung der Türkei

Pro-Regierungsparteien

Die türkischen Proteste gegen die Regierung Erdoğan 2025 sind öffentliche Demonstrationen in der gesamten Türkei, die sich gegen die Politik der Türkische Regierung richten. Auslöser dafür war die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu am 19. März 2025. Neben İmamoğlu wurden mehr als 100 weitere Oppositionsmitglieder und Demonstranten von den türkischen Behörden verhaftet.

Landesweit kommt es auch abseits der Metropolen seitdem zu Protesten gegen die als zunehmend totalitär wahrgenommene AKP-Regierung. Hunderttausende Menschen protestierten in fast allen türkischen Städten, darunter in Istanbul, Ankara und İzmir. Vor dem Sitz der Stadtverwaltung von Istanbul versammelten sich am 29. März 2025 hunderttausende Menschen; es war die größte Demonstration seit den Gezi-Protesten 2013.

Gefordert werden Meinungsfreiheit, bürgerliche Rechte, soziale Gerechtigkeit und ein insgesamt laizistisches und kemalistisches Staatsverständnis.

Auf den Kundgebungen werden die als politisch motiviert bezeichneten rechtlichen Schritte gegen den wichtigsten Oppositionskandidaten für die türkischen Präsidentschaftswahlen 2028 und bedeutendsten politischen Rivalen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan kritisiert.

Die Demonstrationen werden von der sozialdemokratisch-kemanlistischen CHP und zahlreichen anderen politischen Oppositions-Parteien, Organisationen und Verbänden unterstützt.

Als besonders gilt, dass die Demonstranten ein breites ideologisches Spektrum abbilden: sowohl rechts- als auch linksgerichtete Personen fordern eine republikanische Türkei. In diesem Zusammenhang werden Symbole der Republik – insbesondere Atatürk – häufig als verbindender Element und symbolischer Bezugspunkt bei den Demonstrationen verwendet. Die Proteste finden im Kontext einer anhaltenden Wirtschaftskrise in der Türkei statt. Der Wert der türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar fiel in den drei Tagen nach İmamoğlus Verhaftung um 16,3 %.

Die türkische Regierung und staatliche Behörden reagieren restriktiv auf die Proteste; seit Beginn der öffentlicher Demonstrationen nach der Verhaftung wurden nach Angaben des türkischen Innenministers bis Ende März 2025 mehr als 1.400 Menschen festgenommen.

  1. Protests are the last thing keeping Turkey’s democracy alive. In: The Economist. ISSN 0013-0613 (economist.com [abgerufen am 20. April 2025]).
  2. Proteste und Demokratieabbau in der Türkei | 31-03-2025 | Aktuelles | Europäisches Parlament. 27. März 2025, abgerufen am 20. April 2025.