Protonenpumpenhemmer
Protonenpumpenhemmer, auch Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI), umgangssprachlich als „Magenschutz“ oder „Magenschoner“ bezeichnet, sind Arzneistoffe, die die Bildung von Magensäure über die Hemmung der H+/K+-ATPase – einer sogenannten Protonenpumpe – in den Belegzellen (Parietalzellen) des Magens unterdrücken (sogenannte Magensäureblocker oder kurz auch Säureblocker). Sie sind in der Humanmedizin angezeigt zur Linderung von Sodbrennen, zur Behandlung der Refluxösophagitis, von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren und in der Eradikationstherapie von Infektionen mit Helicobacter pylori. Eine weitere Indikation einiger PPI ist das Zollinger-Ellison-Syndrom.
Wirkstoffe dieser Klasse sind Omeprazol und dessen reines (S)-Enantiomer Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol und dessen reines (R)-Enantiomer Dexlansoprazol sowie Rabeprazol. Protonenpumpenhemmer werden in Form magensaftresistenter Kapseln oder Tabletten verabreicht. Teilweise stehen die Substanzen auch für eine intravenöse Anwendung zur Verfügung.
- ↑ Vom strukturverwandten Omeprazol unterscheidet sich Lansoprazol (C16H14F3N3O2S) durch die Trifluorethoxygruppe im Molekül. Ein chirales Zentrum befindet sich am Schwefelatom der Sulfinylgruppe. Agopton – Lansoprazol. Wissenschaftliche Basisbroschüre. Takeda Pharma, Aachen 1993.