Putinismus
Als Putinismus (russisch Путинизм) bezeichnen verschiedene Autoren das politische System und die ideologische Untermauerung der Herrschaft von Präsident Wladimir Putin in Russland seit dem Jahr 2000. Alternative Bezeichnungen sind Putin-Regime, System Putin oder Moskauer Regime.
Der Putinismus war seit Beginn seines Auftretens bedeutenden innen-, außen- und wirtschaftspolitischen Entwicklungen unterworfen. Der anfängliche klassische Putinismus (2000–2008) deckt die ersten zwei Amtszeiten Putins als Präsident ab und wies noch bestimmte Elemente liberaler Politik auf. Darauf folgte die ideologisch undefinierte Tandem-Phase (2008–2012), also die Doppelherrschaft Putins mit Dmitri Medwedew. Die anschließende und bis heute fortdauernde Phase wird als entwickelter Putinismus bezeichnet, die von autoritärem Konservatismus, Militarismus und imperialem Nationalismus geprägt ist.
Spätestens seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 wird der Putinismus von einigen Historikern und Politologen auch als faschistisch bezeichnet. Stimmen aus der vergleichenden Faschismusforschung lehnen eine derartige Einschätzung bisher ab, da das Putin-Regime zwar ultranationalistisch, im Gegensatz zum Faschismus jedoch reaktionär und nicht revolutionär ausgerichtet sei und vergleichen Putins Russland stattdessen mit imperialistischen Autokratien wie dem Russischen Kaiserreich unter Nikolaus I. oder dem Japanischen Kaiserreich während des Zweiten Weltkriegs. Im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine seit 2022 prägten russische Dissidenten das Kofferwort Raschismus.