Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022
| Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022 | |||||||||||||||||||
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| Teil von: Russisch-Ukrainischer Krieg | |||||||||||||||||||
Militärische Lage (regelmäßig aktualisiert) und prorussischen Separatisten | |||||||||||||||||||
| Datum | ab 24. Februar 2022 | ||||||||||||||||||
| Ort | Ukraine, Russland | ||||||||||||||||||
| Ausgang | andauernd | ||||||||||||||||||
| Territoriale Änderungen | Besetzung der südöstlichen Ukraine und russischer Grenzgebiete | ||||||||||||||||||
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| Siehe auch Opfer des Überfalls | |||||||||||||||||||
Der russische Überfall auf die Ukraine seit Februar 2022 ist ein vom russischen Präsidenten Wladimir Putin befohlener Angriffskrieg, der auf das gesamte Staatsgebiet der Ukraine zielte und den seit 2014 schwelenden Russisch-Ukrainischen Krieg eskalieren ließ.
Am 21. Februar 2022 erkannte Russland die Unabhängigkeit der unter russischem Einfluss stehenden „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk an. Eine angebliche Bedrohung Russlands durch die Ukraine diente Putin als Vorwand für eine groß angelegte Invasion der Ukraine; diese begann am Morgen des 24. Februar 2022 gleichzeitig von Süden, Osten und Norden. Das ursprüngliche Kriegsziel Russlands, die rasche Eroberung Kiews und der Sturz der ukrainischen Regierung, musste jedoch Ende März 2022 aufgegeben werden. Russland hatte die Stadt Cherson bereits Anfang März im Handstreich und die Stadt Mariupol nach einer längeren Belagerung im Mai eingenommen und konzentrierte sich fortan auf eine Offensive im Osten des Landes, nachdem im Februar und März 2022 während russischer Angriffe abgehaltene Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen gescheitert waren.
Eine ukrainische Gegenoffensive im September 2022 drängte russische Kräfte weitgehend aus dem Großraum Charkiw zurück. Russland reagierte mit einer Teilmobilmachung sowie der völkerrechtswidrigen Annexion der Süd- und Ostukraine und begann, in den besetzten Gebieten die Russifizierung zu forcieren. Anfang November 2022 zogen sich die russischen Truppen auch von dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Oblast Cherson zurück. Nach dem Abzug der russischen Truppen wurden in den befreiten Städten vielfach von Russland begangene Kriegsverbrechen bekannt. Die Kampfhandlungen dauerten in der Folgezeit mit unverminderter Heftigkeit an, wobei insbesondere die seit August 2022 tobende Schlacht um Bachmut auf beiden Seiten zu hohen Verlusten führte. Hatten die russischen Streitkräfte bereits mit Beginn des Überfalls begonnen, die ukrainische Zivilbevölkerung mit Luftangriffen auf Städte zu traktieren, greift Russland spätestens seit dem Winter 2022/2023 auch regelmäßig, mitunter täglich, die Energieinfrastruktur der Ukraine aus der Luft an. Die ukrainische Gegenoffensive im Sommer 2023 zur Befreiung der Süd- und Ostukraine scheiterte; Munitions- und Personalmangel bei den ukrainischen Streitkräften führte in den Jahren 2023 und 2024 stattdessen zu Niederlagen in der Schlacht um Bachmut und in der Schlacht um Awdijiwka. Auf ein weiteres Vorrücken russischer Truppen im Osten des Landes reagierte die Ukraine im August 2024 mit einem überraschenden Vorstoß in die Region Kursk, bei dem erstmals reguläre Truppen Kiews auf russischem Staatsgebiet operierten. Dennoch erzielten die russischen Streitkräfte im Donbass weitere Geländegewinne, wenngleich unter hohen Verlusten, ehe es der Ukraine Anfang 2025 gelang, die Front erneut zu stabilisieren. In den Folgemonaten rückten die Invasionstruppen an mehreren Stellen langsam weiter vor, ohne aber den ukrainischen Widerstand brechen zu können, während beide Seiten einander insbesondere durch Fernangriffe auf die gegnerische Infrastruktur zu schwächen versuchten.
Der Russland-Ukraine-Krieg ab 2022 ist der erste Konflikt, bei dem zwei gegnerische Kriegsparteien in ihrer Kriegsführung massiv auf Drohnen zurückgreifen. In keinem Krieg zuvor wurden so viele Drohnen eingesetzt wie in diesem. Waren in der Anfangsphase des Krieges noch gepanzerte Fahrzeuge und schwere Artillerie entscheidend gewesen, veränderte sich die Art der Kriegsführung ab 2023 erheblich.
Durch den Überfall starben allein bis Ende des Jahres 2022 zehntausende, wenn nicht über hunderttausend Menschen. Durch den Krieg wurden in der Ukraine ganze Ortschaften zerstört, insbesondere aufgrund von russischen Luftangriffen und Gefechten die Städte Mariupol, Bachmut und Awdijiwka. Zusätzlich kam es zu großflächigen Naturzerstörungen in der Ukraine. Der Krieg löste die drittgrößte Fluchtbewegung aller Zeiten in Europa (nach denen beider Weltkriege) aus. Der russische Angriff wurde im März 2022 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit großer Mehrheit verurteilt. Viele Staaten verhängten umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen Russland und leisteten der Ukraine humanitäre und militärische Hilfe. Durch den russischen Überfall und seine Folgen stiegen weltweit die Preise für Lebensmittel und Energie. Mehrere Staaten gerieten infolge des Krieges in eine Wirtschaftskrise. Proteste gegen den Krieg führten in Russland zu Festnahmen und einer verstärkten Zensur in russischen Medien. Dazu gehört auch das Verbot der Verwendung der Begriffe „Invasion“ und „Krieg“ im Zusammenhang mit dem Konflikt; staatliche russische Medien nutzen daher nahezu ausschließlich den Euphemismus „militärische Spezialoperation“ (russisch специальная военная операция spezialnaja wojennaja operazija; abgekürzt СВО SWO). Es gab seit 2022 mehrere Waffenstillstandsverhandlungen, eine Reihe von Vermittlungsinitiativen sowie mehrere Resolutionen der UN-Vollversammlung und des UN-Sicherheitsrats, die meistens an der russischen Seite scheiterten. Mehrmals kam es zum gegenseitigen Gefangenenaustausch und zur Übergabe sterblicher Überreste von Gefallenen.
- ↑ https://www.sueddeutsche.de/politik/nordkorea-armee-russland-opfer-ukraine-krieg-li.3177844
- ↑ Amanda Coakley: https://www.n-tv.de/politik/Russland-lockt-Tausende-Soeldner-aus-Nepal-an-die-Front-in-der-Ukraine-article25076756.html
- ↑ Lukashenko Is Letting Putin Use Belarus to Attack Ukraine. In: foreignpolicy.com. 24. Februar 2022, abgerufen am 30. April 2023 (englisch).
- ↑ Russische Raketenstarts, aber keine eigene nachweisbare direkte militärische Beteiligung. Warum die mehrfach von Russland geforderte und von der Ukraine als unmittelbar bevorstehend erwartete militärische Einmischung von Belarus ausblieb, ist umstritten. Nach Siarhei Bohdan: Belarusische Armee: „Schrödingers Katze“ des russisch-ukrainischen Krieges (Belarus-Analysen 59, 22. März 2022) lag es am hinhaltenden Taktieren Lukaschenkas, der seine marode Armee nicht gefährden wollte; nach Patrick Dieckmann: Plan ging schief. Belarus verpasst Wladimir Putin eine doppelte Ohrfeige (T-online-Nachrichten, 4. April 2022) waren zahlreiche aktive Verweigerungen in der belarussischen Armee, sich an dem in Belarus sehr unpopulären Krieg zu beteiligen, der Grund, dass der geplante Einsatzbefehl letztlich nicht erteilt wurde. Jedenfalls gab die nicht aktive militärische Beteiligung von Belarus wohl den letzten Ausschlag, dass sich die erfolglose russische Armee um Kiew, Tschernihiw und Sumy zurückzog. Siehe auch Belarus und der russische Überfall auf die Ukraine.
- ↑ Inside the Russian effort to build 6,000 attack drones with Iran’s help. In: Washington Post, 17. August 2023, abgerufen am 13. Juni 2025.
- ↑ Die georgische Region ist international nicht als unabhängig anerkannt. Entsendung von 300 Soldaten in zwei Bataillonskampfgruppen, die im März 2022 durch Meuterei den Einsatz verweigerten und abgezogen wurden. Daraufhin wurde Präsident Bibilow im April 2022 abgewählt; siehe dazu Maximilian Hess: Restive Caucasus Sees Signs of Discontent with Putin’s War. Foreign Policy, 25. Mai 2022, abgerufen am 4. Juni 2022 (englisch).
- ↑ https://theins.ru/obshestvo/276636
- ↑ https://www.radiosvoboda.org/a/krym-okupatsiya-partyzany-rozvidnyky-zsu/33591191.html
- ↑ NATO will Ukraine weiter unterstützen. In: Deutschlandfunk. 29. November 2023, abgerufen am 30. November 2023.
- ↑ Julian E. Barnes: Russia Positioning Helicopters, in Possible Sign of Ukraine Plans. In: The New York Times. 10. Januar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022 (englisch).
- ↑ Shashank Bengali: The U.S. says Russia’s troop buildup could be as high as 190,000 in and near Ukraine. In: The New York Times. 18. Februar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022 (englisch).
- ↑ Silvia Stöber: Russland – Wie mächtig ist Prigoschin? In: tagesschau.de. 7. Januar 2023, abgerufen am 7. Januar 2023.
- ↑ Julian Borger: Russia deploys up to 20,000 mercenaries in battle for Ukraine’s Donbas region. In: The Guardian. 19. April 2022, abgerufen am 30. April 2022 (englisch).
- ↑ Spannungen auf russischer Seite: Wagner-Chef Prigoschin fürchtet offenbar Konkurrenz durch weitere Söldnertruppen. In: Tagesspiegel. 28. April 2023, abgerufen am 5. Mai 2023.
Silvia Stöber: Russlands Söldner – Rivalen an der Front. In: tagesschau.de. 5. Mai 2023, abgerufen am 6. Mai 2023. - ↑ Patrick Mayer: Viel mehr als Wagner: Das sind Putins Privatarmeen im Ukraine-Krieg. In: fr.de. 4. Mai 2023, abgerufen am 7. Mai 2023.
- 1 2 3 The Military Balance 2022. International Institute for Strategic Studies, London 2022, ISBN 978-1-03-201227-8 (englisch, Volltext ( vom 8. März 2023 im Internet Archive) [PDF; 33,4 MB]).
- ↑ Joan Faus, Joan Faus: EU’s Borrell: Russia won’t enter negotiations while trying to win war. In: Reuters. 29. Mai 2023 (reuters.com [abgerufen am 28. November 2023]).
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- ↑ https://www.fr.de/politik/ukraine-krieg-verluste-russland-kursk-gefechte-militaer-opfer-zahlen-daten-zr-93499530.html
- ↑ https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua/posts/pfbid02RcYrtjdc89LBLtRWhq4kJATLsv9875ACbGHw893SYsRVZJZMEqS56U7R8GvSxxN4l
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- ↑ https://www.eurointegration.com.ua/eng/news/2026/02/11/7230955/
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- ↑ Из пропавших — в погибшие: что известно о потерях России в Украине к ноябрю. BBC News Русская Служба, 31. Oktober 2025 (russisch), abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ 200 тысяч погибших: что мы знаем о потерях России в Украине за четыре года войны. BBC News Русская Служба, 24. Februar 2026 (russisch), abgerufen am 24. Februar 2026.
- ↑ Verluste russischer Armee liegen innerhalb eines Tages bei weiteren 1610 Besatzern. In: ukrinform.de. 19. November 2024, abgerufen am 19. November 2024.
- ↑ Kriegsopfer: „WSJ“: Russland und Ukraine verloren eine Million Soldaten. In: Die Zeit. 17. September 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 20. September 2024]).
- ↑ One Million Are Now Dead or Injured in the Russia-Ukraine War. In: wsj.com. 17. September 2024, abgerufen am 12. November 2024.
- ↑ Selenskyj: 43.000 ukrainische Soldaten seit Kriegsbeginn getötet. In: stern.de. 8. Dezember 2024, abgerufen am 8. Dezember 2024.
- ↑ Ukraine loses third of Bradleys in special military op zone — media. 29. Februar 2024, abgerufen am 3. März 2024 (englisch).
- ↑ Helene Cooper, Thomas Gibbons-Neff, Eric Schmitt, Julian E. Barnes: Troop Deaths and Injuries in Ukraine War Near 500,000, U.S. Officials Say. In: The New York Times. 18. August 2023, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 18. August 2023]).
- ↑ Russia hammers Ukrainian military-industrial facilities, energy sites over week. In: TASS. 13. September 2024, abgerufen am 13. September 2024 (englisch).
- ↑ Almost 3,000 military installations destroyed in Ukraine – Russian Defense Ministry. Interfax, 10. März 2022, abgerufen am 12. März 2022.
- ↑ Russian Defense Ministry reports use of Navy, 8 Ukrainian military boats destroyed. Interfax, 26. Februar 2022, abgerufen am 12. März 2022.
- ↑ Ukraine: Protection of Civilians in Armed Conflict August 2024 update. Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte, 6. September 2024, abgerufen am 13. September 2024 (Das OHCHR geht davon aus, dass die Anzahl getöteter Zivilisten erheblich höher ist, weil Informationen zu getöteten Zivilisten aus umkämpften Gebieten nach Angaben des OHCHR verzögert übermittelt werden).
- ↑ Ukraine. Abgerufen am 30. September 2022 (englisch).
- ↑ Ukraine Refugee Situation. In: Operational Data Portal. UNHCR, 30. September 2022, abgerufen am 30. September 2022.
- ↑ Harald Stutte: Ukraine-Krieg: Kiew sucht 650.000 verschwundene Wehrpflichtige. In: RND.de. 18. September 2023, abgerufen am 21. Februar 2024.
- ↑ Schätzungen zur Anzahl der Flüchtlinge aus der Ukraine nach Zustrom in den Nachbarländern von Februar 2022 bis Juni 2024. statista, 13. Juni 2024.
- ↑ Ines Eisele: Wo die meisten ukrainischen Geflüchteten sind. Focus online, 11. April 2023.
- ↑ Mobilmachung: Russen setzen sich ins Ausland ab. In: tagesschau.de. Abgerufen am 23. September 2022.
- ↑ Russians abandon wartime Russia in historic exodus. 13. Februar 2023, abgerufen am 21. April 2023 (englisch).
- ↑ laut dem unabhängigen Internetportal www.thebell.io zogen mindestens 650.000 Russen dauerhaft ins Ausland, davon 110.000 nach Armenien, 80.000 nach Kasachstan und 80.000 nach Israel. Dort benötig(t)en Russen kein Visum zur Einreise. Deutschland: mehr als 36.000 Russen. Einige bei Russen beliebte Ausreiseländer wie Thailand, Aserbaidschan und Zypern antworteten nicht auf Anfragen.
- ↑ The Bell: 650,000 people have left Russia permanently since the invasion of Ukraine. novayagazeta.eu, 16. Juli 2024.