Gruppe Wagner
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Gruppe Wagner | |
|---|---|
| Aufstellung | 2014 |
| Staat | Russland |
| Streitkräfte | Söldner |
| Truppengattung | Landstreitkräfte |
| Typ | Privates Sicherheits- und Militärunternehmen, paramilitärische Organisation |
| Stärke | 50 000 (davon 40 000 Häftlinge, Dezember 2022) |
| Hauptquartier | Sankt Petersburg |
| Schlachten und Kriege | u. a. Syrischer Bürgerkrieg |
| Führung | |
| Kommandeur | Pawel Prigoschin |
| Ehemalige Kommandeure |
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Gruppe Wagner (russisch Группа Вагнера, wiss. Transliteration Gruppa Vagnera) war eine russische paramilitärische Organisation, die von Jewgeni Prigoschin geführt wurde. Formal privatrechtlich organisiert, bestanden enge Verbindungen zwischen der Gruppe und dem russischen Staat. Dieser nutzte die Gruppe zur hybriden Kriegführung und für verdeckte Operationen, um im überwiegend afrikanischen und asiatischen Ausland russische Interessen gewaltsam zu vertreten, ohne dabei offiziell einzugreifen. Die Gruppe Wagner war darüber hinaus mit Desinformations- und Propagandakampagnen im Ausland aktiv, um politisch Einfluss zugunsten Russlands zu nehmen. Seit Februar 2022 nahm sie am russischen Überfall auf die Ukraine teil, bei dem sie offen gemeinsam mit den regulären Streitkräften Russlands kämpfte. Die Gruppe Wagner war mit russischem Militärgerät ausgestattet und verfügte über eigene Luftkampfmittel. Ausrüstung und Kampfkraft entsprachen regulären Streitkräften. Angehörige der Organisation waren meist ehemalige Militärangehörige. Seit spätestens Juni 2022 rekrutierte die Gruppe auch russische Strafgefangene sowie ausländische Söldner. Videoaufnahmen aus dem syrischen Bürgerkrieg und Funksprüche aus dem Russisch-Ukrainischen Krieg legen nahe, dass die Gruppe Wagner dort Kriegsverbrechen wie Folter und Hinrichtungen begangen hat.
Im Juni 2023 scheiterte ein Aufstand der Wagner-Gruppe, nachdem es zu Streitigkeiten mit regulären Truppen und dem russischen Verteidigungsministerium gekommen war. Zwei Monate später kam es zu einem Flugzeugabsturz, bei dem die Führungsspitze der Gruppe, darunter Jewgeni Prigoschin, zu Tode kam. Der Nachfolger von Jewgeni Prigoschin ist sein Sohn Pawel Prigoschin, er leitet jedoch nur einen Rest der ursprünglichen Gruppe Wagner innerhalb der Nationalgarde.
Nach dem Putsch wurden die Kommandeure der Wagner-Einheiten aus ihrem bisherigen Loyalitätsnetzwerk herausgenommen und dem Verteidigungsministerium unterstellt, als eigenständiger Akteur existiert Wagner nicht mehr. Stattdessen wurden seine Kämpfer in Freiwilligenverbände innerhalb der regulären Streitkräfte integriert.
Am 23. November 2023 wurde die in Afrika tätigen Verbände der Gruppe Wagner in Anlehnung an den Afrikafeldzug im Zweiten Weltkrieg in „Afrikanski Korpus“ (auf Deutsch: „Afrikakorps“) umbenannt. Aufgrund der neuen Befehlshierarchie untersteht die ehemals private Gruppe nun als offizielle Einheit dem russischen Verteidigungsministerium.
- ↑ Today's D Brief: Zelenskyy thanks Americans, lawmakers; North Korea sent arms to Wagner, WH says; Breaking down the omnibus; Germany's year ahead; And a bit more. Abgerufen am 9. Mai 2023 (englisch).
- ↑
- ↑ Глава ЧВК «Вагнер» Евгений Пригожин завещал почти все состояние сыну. Abgerufen am 9. Januar 2024 (russisch).
- ↑ Wagner succession: Yevgeny Prigozhin’s son ‘set to be next mercenary boss’. 2. Oktober 2023, abgerufen am 9. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Andreas Rüesch: «Ich hole euch lebendig raus, aber ich bringe nicht alle lebendig zurück»: Der Chef der Kampfgruppe Wagner spielt Schicksalsgott für russische Gefangene. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. September 2022, abgerufen am 17. September 2022.
- 1 2 Travis Hinton: The Wagner Group and Russian Foreign Policy Objectives in Sub-Saharan Africa. In: The Defence Horizon Journal. TMW Horizont Gesellschaft ,bH, 19. Juli 2024, abgerufen am 19. Juli 2024 (englisch).
- ↑ Глава ЧВК «Вагнер» Евгений Пригожин завещал почти все состояние сыну. Abgerufen am 9. Januar 2024 (russisch).
- ↑ Wagner succession: Yevgeny Prigozhin’s son ‘set to be next mercenary boss’. 2. Oktober 2023, abgerufen am 9. Januar 2024 (englisch).
- 1 2 Margarethe Klein: Russia’s Volunteer Formations: Instruments for Recruitment, Proof of Loyalty or Diffusion of Power? In: RUSSIAN ANALYTICAL DIGEST No. 323, 20 January 2025, 323. 20. Januar 2025, S. 19–23, hier S. 22, abgerufen am 16. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Grischa Sutterer: Wagner. Die historische Einordnung einer Private Military Company, in: Militär und Gesellschaft. Zeitschrift des Portals für Militärgeschichte (MUG 14 2025), S. 102 f.
- ↑ Simone Schlindwein: Die Gruppe Wagner heißt jetzt Afrikakorps. In: n-tv.de. Abgerufen am 6. Februar 2024.
- ↑ Grischa Sutterer: Wagner. Die historische Einordnung einer Private Military Company. 2025, S. 103 f., doi:10.15500/AKM.15.09.2025 (portal-militaergeschichte.de [abgerufen am 16. Februar 2026]).